Haikus und Tankas, Jotin, 03.09. bis 12.09.08: Traf der Bannstrahl der „heiligen“ Inquisition den katholischen Priester und Zen-Meister Willigis Jäger zu Recht oder Unrecht?

Hugo Lassalle, der mit der Kraft der Heiligkeit ein neues Bewußtsein begründete!

Hugo Lassalle, der mit der Kraft der Heiligkeit ein neues Bewußtsein begründete!

(Eigenes Foto einer Plakette im Zen-Meditations Zentrum Essen Werden)

Traf der Bannstrahl der „heiligen“ Inquisition den katholischen Priester und Zen-Meister Willigis Jäger zu Recht oder Unrecht?

Hugo Makibi Enomiya-Lassalle (1898-1990), katholischer Priester und Zen-Meister, lebte als Jesuiten-Missionar über vierzig Jahre in Japan. Er sah die Gemeinsamkeiten buddhistischer Zen-Meditation und christlicher Mystik in ihrem Streben nach dem Eins-Sein mit der Großen Leere bzw. der Gottheit und lernte Zen. Als Zen-Lehrer und später Zen-Meister brachte er diesen mystischen Weg in das Christentum ein. Er gilt als der Wegbereiter der Verständigung zwischen Zen-Buddhismus und Christentum.

Viele christliche Theologen waren (und sind?) allerdings gegen eine Vermischung des Christentums mit Elementen einer Religion, die keinen Gott kennt, allerdings auch keine Dogmen.

Mit großem literarischem Einsatz setzte sich Hugo Lassalle für ein neues Bewusstsein ein, das mystisch ist und auf Erfahrung gründet. Die Zen-Meditation ist für ihn ein spiritueller Weg zu mystischen Erfahrungen, von denen Karl Rahner, einer der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts gesagt hat: „…der Fromme von morgen wird ein Mystiker sein, einer, der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein.“

Einer der Schüler von Lassalle war Willigis Jäger (geb. 1925), katholischer Priester und Benediktiner Mönch, der ab 1969 sechs Jahre in Japan lebte und Zen übte. Nach Lassalle wurde der Zen-Meister Yamada Ko-un Roshi sein Lehrer. Dessen Nachfolger, Kuboto Roshi, übertrug Jäger 1996 eine volle Lehrerlaubnis „inka shamei“ genannt. Diese weist Willigis Jäger als 86. Nachfolger von Buddha Shakyamuni aus und ermächtigt ihn, andere in dieser Nachfolge zu bestätigen.

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Zen-Tempel Ginkakuji in Kyoto, Japan!

Zen-Tempel Ginkakuji in Kyoto, Japan! (eigenes Foto)

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Wasserfall im Ginkakuji Tempel-Garten!

Wasserfall im Ginkakuji Tempel-Garten! (eigenes Foto)

Willigis Jäger, Priester und Zen-Meister, traf Anfang des dritten Jahrtausends der Bannstrahl der „heiligen“ Inquisition.

Die römisch-katholische Glaubenskongregation warf Jäger 2001 vor, Glaubenswahrheiten der persönlichen Erfahrung unterzuordnen (Betroffene Artikel des neuen Katechismus der Katholischen Kirche: 70-73, 199-201, 261-267, 413-421, 436-440, 479-483, 490-511). Sie erteilte ihm ein Rede-, Schreib- und Auftritts-Verbot. Im Januar 2002 untersagte ihm das Bischöfliche Ordinariat in Würzburg deshalb die Ausübung jeder öffentlichen Tätigkeit.Jäger bat daraufhin, von der Abtei Münsterschwarzach, in der er als Zen-Lehrer wirkte, beurlaubt zu werden.

2003 wurde Jäger spiritueller Leiter des Benediktus-Hofes in Holzkirchen in Unterfranken, einer nicht konfessionsgebundenen Institution, wo er bis heute lebt und arbeitet. In den 90er Jahre wurde von Willigis Jäger die Würzburger Schule der Kontemplation mit dem heutigen Zentrum Benediktus-Hof Holzkirchen gegründet. Inzwischen wirken über 120 Kontemplationslehrer und von Jäger bestätigte Zen-Lehrer der Sanbo-Kyodan-Schule international mit. Alle Kurse verfolgen das Ziel, das kontemplative Gebet und die Mystik in den Religionen wieder zu beleben.

Nun zu der schwierigen Frage, ob der Bannstrahl der „heiligen“ Inquisition den katholischen Priester und Zen-Meister Willigis Jäger zu Recht oder Unrecht traf.

Unter den Theologen gibt es Befürworter und Gegner in bezug auf das Vorgehen des Vatikans. Der Autor, der über Meditations-Erfahrung verfügt und auf den feinstofflichen Ebenen Dinge wahrnimmt, die den meisten Menschen verborgen sind, möchte eine Antwort hierauf versuchen. Sowohl dem Zen-Weg als auch dem Christentum steht er positiv gegenüber. Als erstes möchte er den großen Wert betonen, den der Zen-Weg für eine vertiefte Spiritualität darstellt. Ein spiritueller Fortschritt, wie er sich u.a. in der Kraft der Heiligkeit zeigt, wird auf diesem Weg heute viel sicherer erworben als auf den althergebrachten christlichen Wegen.

Wer auf einem spirituellen Weg fortschreitet, nimmt sein Ego zurück. Er fühlt sich in immer stärkerem Maße als Teil der Schöpfung und in Liebe mit ihr bzw. den Menschen und anderen Gechöpfen verbunden. Dies ist eine der grundlegenden Erfahrungen, welche der Autor zu seiner Verblüffung in der Meditation immer wieder machen durfte. Diese Einheits-Erfahrung ist beglückend. Sie geschieht nach und nach, wenn der Meditierende auftauchende Gedanken  beiseite schiebt und dadurch allmählich in tiefere Bewusstseins-Schichten gelangt. Sie ist anscheinend unabhängig von Welt-und Gottes-Vorstellungen. Die Einheits-Erfahrung  bleibt nicht auf die Meditation beschränkt. Der Mensch auf dem spirituellen Weg verwandelt sich dauerhaft. Es tritt eine Transformation ein, die sein Leben verändert.

Diese Gesetzmäßigkeit ist in der Literatur, darunter auch von Willigis Jäger, öfters beschrieben worden. Willigis Jäger hat sich um die Verbreitung des sprituellen Weges der Zen-Meditation außerordentlich verdient gemacht.

Eine solche Einheits-Erfahrung führt auch dazu, dass Gott nicht mehr als derjenige empfunden wird, der dem Menschen als der ganz andere gegenüber steht, wie dies nach Auslegungen christlicher Dogmen der Fall ist.

Als erstes hat die Betonung der Einheits-Erfahrung den Priester und Zen-Meister Willigis Jäger in Widerspruch zu den Auffassungen der Wächter des katholischen Glaubens gebracht.

Der Autor ist der Ansicht, dass ein solcher Widerspruch hauptsächlich nur scheinbar aufgrund einer Überbewertung bestimmter Formulierungen und überhaupt der Sprache besteht, die für eine Beschreibung ewiger Dinge letztlich ungeeignet ist. Er selber bevorzugt für die Darstellung der Beziehung zwischen Mensch und Gott das folgende Gleichnis aus der indischen Mystik:

Nach diesem Gleichnis aus der indischen Mystik ist der Mensch wie ein Fluss, Gott aber wie das Meer. Meer und Fluss enthalten beide Wasser, doch das Meer kann den Fluss, ein Fluss jedoch niemals das Meer aufnehmen.

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Bodhidharma, der Zen-Patriarch, der Zen im 6. Jahrhundert von Indien nach China brachte!

Bodhidharma, der Zen-Patriarch, der Zen im 6. Jahrhundert von Indien nach China brachte!

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Ein Dogma, das Jäger nach Auffassung der Glaubenskongregation ebenfalls seiner persönlichen Erfahrung untergeordnet haben soll, ist auch der folgende Artikel 413 des neuen Katechismus:

413 „Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden … Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt“ (Weish 1,13; 2,24). 

An diesem Dogma kann man nach Auffassung des Autors erkennen, dass eine Aktualisierung bestimmter Glaubenssätze notwendig ist, wie sie von Papst Johannes XXIII. auf dem von ihm einberufenen Konzil 1962 gefordert wurde. Das Ende des Konzils 1963 erlebte dieser Papst nicht mehr. (Johannes XXIII., der im Jahre 2000 selig gesprochen wurde, verfügte über die Kraft der Heiligkeit.) Der Glaubenssatz 413  steht im Widerspruch zu der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass sich der Mensch aus der Tierreihe entwickelt hat. Ohne den Tod des stofflichen Körpers hätte die Evolution der Mehrzeller aus den Einzellern und der höheren Lebewesen aus den einfachen nicht stattfinden können.

Die Existenz des Teufels wird hierdurch vom Autor nicht infrage gestellt.

 Buddha-Statue

Buddha-Statue (eigenes Foto)

Dürfen spirituelle Erfahrungen Glaubenssätzen untergeordnet werden?

Dies wird darauf ankommen, mit welcher Wucht ein Mensch von seinen spirituellen Erfahrungen getroffen wird und für wie wahr er die diesen Erfahrungen eventuell anscheinend oder nur scheinbar widersprechenden Glaubenssätze hält. Eine weitere Frage ist, welcher Wahrheitsgehalt einer solchen spirituellen Erfahrung zukommt und inwieweit sie verallgemeinert werden kann. Einer Glaubenskongregation kann kein Vorwurf gemacht werden, wenn sie ihren Aufgaben nachkommt und die spirituellen Erfahrungen einzelner Mystiker den Glaubensätzen ihrer Religion unterordnet. Es wird jedoch eine Zeit kommen, in welcher bestimmte spirituelle Erfahrungen „Allgemeingut“ sein werden. Wenn dann auch die Päpste und die Mitglieder von Glaubenskongregationen diese Erfahrungen machen, werden sie die alten Glaubenssätze aktualisieren.

Für den Autor ist eine unumstößliche Erfahrung, dass in der Aura eines Menschen nicht nur die Ereignisse seines jetzigen Lebens, sondern auch die  vergangener Leben gespeichert sind. Hieraus ergibt sich für ihn, dass der Mensch in der Regel einige Zeit nach dem Tod des Körpers in einem neuen Körper wieder geboren wird. Die Erfahrungen der einzelnen Leben sind in Schalen um den Körper von innen nach außen enthalten und können dort abgerufen werden. Sie liegen umso weiter räumlich außerhalb, je weiter ein Leben zeitlich zurückliegt. Die Speicherräume der einzelnen Leben werden von den deutlich schmäleren Speicherräumen der Zwischenleben (den Leben auf der anderen Seite) wie mit stählernen Klammern zusammengehalten, so als ob den Prozessen in den Zwischenleben eine besondere Bedeutung für die Stabilität der seelischen Struktur eines Menschen zukäme. Jedenfalls wurde es dem Autor so gezeigt. Man kann auch Dinge über die Zwischenleben herausfinden. Hierfür muss man sich allerdings in einem tieferen meditativen Zustand auf die höheren Ebenen begeben, auf denen die Zwischenleben stattfanden. Es gibt alte und es gibt junge Seelen, solche mit sehr vielen und solche mit wenigen Leben als Mensch, Tier, Pflanze und Naturgeist. Wenn man in der Aura eines Menschen weit genug zurückgeht, findet man praktisch bei jedem Menschen Leben als Tier, Pflanze oder Naturgeist.Der Autor hält die Unterscheidung zwischen derzeitiger und permanenter Persönlichkeit eines Menschenfür zutreffend, wie sie in den Schriften des zypriotischen Heilers Daskalos beschrieben ist. (Daskalos: Esoterische Lehren: Die Botschaft des „Magus von Strovolos“, Knaur, München, 1991)

Die derzeitige Persönlichkeit ist die Persönlichkeit, die ein Mensch in seinem jeweiligen Leben annimmt, die permanente Persönlichkeit aber wird bestimmt durch die Summe aller seiner bisherigen Leben, auch derjenigen der Zwischenleben. In ihr sind die Erfahrungen aller Leben integriert. Die permanente Persönlichkeit ist die wahre Persönlichkeit eines Menschen. Sie wirkt auch in die derzeitige Persönlichkeit eines Menschen hinein. Dies hat zur Folge, dass die alten Seelen auch in ihrer derzeitigen Persönlichkeit in der Regel deutlich weiser sind als die jungen.  

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Der Namen viele trug ich durch die Zeit,

von ihrer Last hat mich die Zeit befreit…

Von manchen bröckelt Ruhm wie Blattgold ab,

und sinkt zu längst Vergessenem hinab…

In jedem Bild gemahnt ein Zug an mich,

ein Zug, nicht mehr, erst alle sind mein Ich! 

Aus Ephides, ein Dichter des Transzendenten, Anthos-Verlag, 69469 Weinheim, 1984.

Die Kraft der Heiligkeit ist mit dem höheren Selbst, dem göttlichen Teil des Menschen, verbunden. Das höhere Selbst wird über dem Kopf und im Herzen des Menschen gefunden, kann, wenn es darum gebeten wird, vorübergehend aber auch jeden anderen Platz im Körper einnehmen, an dem seine große spirituelle Kraft, die auch Heilkraft ist, benötigt wird. Nach der Kabbala hat nur sie „die Befugnis des Wortes vor dem heiligen König“. Die Kraft der Heiligkeit ist nicht nur mit dem höheren Selbst verbunden, sondern auch in der Aura eines Menschen gespeichert, wenn er einmal darüber verfügt hat. Man kann diese Kraft als Siddhi (außergewöhnliche Fähigkeit) auffassen, wie sie sich neben anderen nach Erfahrungen indischer Jogis als Folge langjähriger Meditation einstellt. Wer über die Kraft der Heiligkeit verfügt,  kann mit ihr außergewöhnliche Dinge tun: Spontan-Heilungen bewirken und Menschen zur Umkehr bewegen wie Pater Pio und auch die Spiritualität im Christentum erneuern wie Hugo Lassalle und andere noch lebende Priester und Zen-Meister usw. Die vor allem von dem Apostel Paulus eingebrachte Versöhnungs- und Erlösungs-Theologie wird von Willigis Jäger als gewaltige Hypothek bezeichnet. Erfahrungen zeigen jedoch, dass sie im Gegenteil vorwiegend positiv zu sehen ist. Wie viele andere Glaubenssätze auch ist sie im übertragenen Sinne wahr. Nach den Erfahrungen  des Autors besitzt sie einen hohen praktischen Wert für ein glückliches Leben des Moral-Wesens Mensch, der sich bei Verstößen gegen die Moral mit Krankheit selbst bestraft.

Christus

Christus (eigenes Foto)

994

Glaubens-Wahrheiten

werden aktualisiert

oder abgelöst!

995

Kraft der Heiligkeit

wird die Glaubens-Wahrheiten

aktualisier´n!

996 Glaubens-Wahrheiten

sind im höheren Sinne

richtig und wertvoll!

997 Die Erforschung desFeinstofflichen wird Glauben

durch Wissen ersetz´n! 

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One Response to “Haikus und Tankas, Jotin, 03.09. bis 12.09.08: Traf der Bannstrahl der „heiligen“ Inquisition den katholischen Priester und Zen-Meister Willigis Jäger zu Recht oder Unrecht?”

  1. hahhenf sagt:

    habe ich doch ich lieeb haikus ich bin 11