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Haikus und Tankas, Jotin, 12. 10. bis 01.11. 2009: Was ist Erleuchtung wirklich!/ Die Bodhisattvas sind als Laien den Erleuchtungsweg gegangen; was können wir Heutigen von ihnen lernen?

Sonntag, Oktober 11th, 2009

Was ist Erleuchtung wirklich!/ Die Bodhisattvas sind als Laien den Erleuchtungsweg gegangen; was können wir Heutigen von ihnen lernen?

Im Mahayana-Buddhismus sind es vor allem die Bodhisattvas, die Erleuchtung erlangen und Buddhas werden wollen. Wer aber sind diese Bodhisattvas? (abgesehen von den großen Bodhisattvas wie z.B. Avalokiteshvara (jap. Kannon), von dem die meisten unterschiedlichen Erscheinungsformen bekannt sind, oder Maitreya, der Buddha der Zukunft)

Die Bodhisattvas sind keine Mönche, sondern „Haushälter“, also Laien. Die Reichen unter ihnen behalten auch weiterhin ihr Vermögen, spenden einen Teil davon jedoch für wohltätige Zwecke. Nach dem Buddhologen Tilmann Vetter waren die Bodhisattvas anfangs die Leute, welche die Stupas mit den Reliquien Buddhas errichteten und für deren Erhalt sorgten. Da viele Menschen zu diesen Stupas mit den Reliquien Buddhas pilgerten, entstanden in der Nachbarschaft der Stupas auch buddhistische Klöster. Den Mönchen wurde von bedeutenden Bodhisattvas die Lehre Buddhas ausgelegt, wie dies u.a. aus dem Vimalakirti-Sutra hervorgeht. (Dieses Sutra wird jährlich im Herbst seit 657 (mit kurzen Unterbrechungen) im Kohukuzi-Tempel in Nara/Japan sieben Tage lang ununterbrochen vorgelesen.) Wie aus anderen Sutras (Lehrreden Buddhas) hervorgeht, lernten die Bodhisattvas auch von den Mönchen, z.B. die Prajnaparamita, die „Vollkommenheit der Einsicht“.

Auf welche Weise suchten die Bodhisattvas die Erleuchtung zu erlangen? Die Anbetung der Stupas galt als eine Möglichkeit, auf dem spirituellen Weg voranzuschreiten. Später kam die Verehrung himmlischer Bodhisattvas und Buddhas wie des Buddha Amida und des Buddha Vairocana (jap. Dainichi Nyorai) hinzu. Ein Leben als Mönch in einem Kloster wurde nicht angestrebt. Als eine Möglichkeit, die Buddhaschaft zu erwerben, galt auch die Vollkommenheit der Einsicht, dass alle Dinge leer sind. Am effektivsten aber erscheint dem Autor die von den Bodhisattvas verwendete Methode, während der Meditation in die „Leerheit“ einzutreten und in ihr zu verweilen, wobei die Rezitation von Mantras als hilfreich galt. Dies bedeutet nach der Erfahrung des Autors, sich von allem schlussfolgernden Denken leer zu machen und sich dann willlentlich mit der großen Leerheit bzw. dem DAO zu verbinden. Die große Leerheit bzw. das DAO ist voller feinstofflicher Energien, die dann in den Meditierenden hinein fließen.

Die Stupas, die angebetet wurden, enthielten in der Regel die Reliquien Buddhas, später auch die Reliquien anderer Buddhas oder auch heilige Bücher mit der Lehre Buddhas. An bedeutenden Plätzen wurden auch Stupas ohne Inhalt errichtet, z. B. an dem Platz, an dem der Buddha Shakyamuni erleuchtet wurde.

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Sangharakshita (geb. 1925 als Dennis Lingwood in London), der Gründer der „Freunde des Westlichen Buddhistischen Ordens, hat 1992 ein kleines Buch mit dem Titel „Erleuchtung“ veröffentlicht, das – wie er schreibt – aus seinen Vorträgen hervorgegangen ist. Darin sagt er, dass Erleuchtung nach der buddhistischen Überlieferung hauptsächlich drei Aspekte umfasst, nämlich

      Reines klares Gewahrsein,

      Eine Verfassung mitfühlenden Erbarmens sowie

      Das Erleben unerschöpflicher mentaler und spiritueller Energie.

Der Autor dieses Weblogs hat die Erfahrung gemacht, dass diese drei Aspekte, die er ebenfalls als die wichtigsten ansieht, schon während der Meditation von Bedeutung sind und mit fortschreitender Meditations-Praxis eine immer größere Rolle spielen. Seine Erfahrungen zeigen, dass das wichtigste dabei das „Schöpfen“ feinstoffliche Energien ist – aus der „Großen Leere“ bzw. dem DAO. Es fließen dabei während der Meditation umso mehr Energien in den Meditierenden ein, je mehr das schlussfolgernde Denken in den Hintergrund tritt. Hier besteht eine starke Abhängigkeit. Wer es nicht schafft, das „Plappern“ in seinem Kopf während der Meditation weitgehend zu unterbinden, macht in der Meditation nur geringe oder überhaupt keine Fortschritte. (Der Autor kennt langjährige Zen-Meditierende, die über die Anfangsgründe nicht hinaus gekommen sind.) Da das „Schöpfen“ wirklich großer Energie-Mengen darüber hinaus nur mit Hilfe des höheren Selbst möglich ist, verbindet sich der Meditierende im Laufe der Zeit immer enger mit dem höheren Selbst, dem göttlichen Teil in sich. Schon als Anfänger gewinnt man durch die Meditation Abstand von seinen Problemen und kann dadurch besser mit ihnen umgehen. Durch die enge Verbindung mit dem höheren Selbst öffnet sich nach und nach das „Dritte Auge“ und man erlebt das „reine klare Gewahrsein“. Der Meditierende hat während der Versenkung, gewöhnlich zu Beginn der Meditation, intuitiv die richtige Einsicht in Zusammenhänge und Probleme, mit denen er zu tun hat. Dies hat der Verfasser dieses Weblogs immer wieder erlebt. Darüber hinaus fühlt und weiß der fortgeschrittene Meditierende, dass er mit allen Wesen eng verwandt ist, dass sie alle seine Geschwister sind, viele von ihnen im Verlauf seiner wiederholten Existenzen auch seine Eltern und Kinder waren.  Damit stellt sich fast automatisch eine „Verfassung mitfühlenden Erbarmens“ ein. Wer auf dem spirituellen Pfad fortschreitet, handelt in immer stärkerem Maße aus dem höheren Selbst heraus. Er verwandelt sich sozusagen in sein höheres Selbst; insbesondere in tiefer Versenkung sind er und sein höheres Selbst praktisch eins. Das höhere Selbst aber verfügt über unermessliche Energien. Diese strahlt dann auch der Meditierende aus und diese feinstofflichen Energien fließen auch in seine Handlungen ein, die natürlich dann viel effektiver sind.

Der Autor hat viele Beweise dafür, dass er in der Aura eines Menschen zu lesen vermag. (Er ist der begründeten Auffassung, dass dies die meisten Menschen lernen können.)  Der Autor ist auch in der Lage, die feinstoffliche Ausstrahlung eines Meditierenden wahrnehmen.  Hiermit hat er sich Jahrzehnte lang beschäftigt. Bestimmte Strukturen in der Aura verraten ihm, wie weit ein Meditierender fortgeschritten ist, bis dieser auch im nicht-meditativen Zustand feinstoffliche Energien auszustrahlen beginnt. Es lassen sich zehn markante Stufen unterscheiden, wie sie auch im Buddhismus bekannt sind. Wenn der Meditierende die 10. Stufe erreicht hat, beginnt er auch im nicht-meditativen Bewusstseins-Zustand  feinstoffliche Energien auszustrahlen. Im meditativen Bewusstseins-Zustand natürlich dann umso mehr. Er verwandelt sich sozusagen in eine Art „Lichtwesen“. Personen, die nach der Wahrnehmung des Autors ein solches Licht ausstrahlen, sind Pater Pio, viele christliche Heilige, praktisch alle Zen-Meister, ein Teil der Zen-Meditierenden, tibetische Lamas, der Dalai Lama, der dem Dalai Lama nahestehende buddhistische Mönch Matthieu Ricard und andere.  Matthieu Ricard ist im Westen durch seine Buch-Veröffentlichungen bekannt. Wie unterscheidet sich nun der Dalai Lama in Bezug auf die beschriebene feinstoffliche Ausstrahlung von dem Mönch Matthieu Ricard? Hier kommen die sieben Ebenen des Seins ins Spiel. (Es lassen sich auch mehr oder weniger Ebenen unterscheiden, z.B. vier.) Matthieu Ricard strahlt auf der zweiten Ebene ein feinstoffliches Licht aus, der Dalai Lama auf allen sieben. Außerdem weist der Dalai Lama ein bestimmtes Maß an Reinheit und Harmonie auf. Und es gibt noch einen weiteren bedeutsamen Unterschied, auf den weiter unten eingegangen wird. Die genannten Merkmale sieht der Autor als die am einfachsten zu beobachtenden Zeichen dafür an, dass der Dalai Lama einen höheren Grad an Erleuchtung erlangt hat, wie das ja wohl auch nicht weiter verwunderlich ist. Von den hier aufgeführten Personen, soweit dem Autor bekannt, sind in Bezug auf die genannten Punkte lediglich die tibetischen Lamas sowie Pater Pio mit dem Dalai Lama vergleichbar. Auch viele Lamas sowie Pater Pio strahlen auf allen sieben Ebenen des Seins feinstoffliche Energien aus. Die meisten Zen-Meister, die dem Autor bekannt sind, strahlen feinstoffliche Energien auf der zweiten Ebene aus, auf der auch die Chi-Ströme in den Lebewesen zirkulieren. Für die Gesundheit des Menschen ist dies wahrscheinlich die wichtigste Ebene. Der Autor kennt aber auch Zen-Meditierende, die nicht nur auf der zweiten, sondern auch auf höheren Ebenen, darunter auch der höchsten, der siebten Ebene, im nicht-meditativen Bewusstseins-Zustand Energien ausstrahlen.

Hier ist nur von Zen-Meistern, Zen-Praktizierenden, tibetischen Lamas und buddhistischen Mönchen die Rede, nicht jedoch von chinesischen und indischen Meistern. Tatsächlich verdankt der Autor jedoch in Bezug auf seine Meditation am meisten zwei chinesischen Lehrern. Der indischen Metaphysik fühlt er sich eng verbunden. Sie spielt in seiner Meditation eine große Rolle.

Die Ausstrahlung feinstofflicher Energien ist das Zeichen einer Erleuchtung oder beginnenden Erleuchtung. Menschen, die diese Ausstrahlung aufweisen, wurden vielfach mit einem „Heiligenschein“ um den Kopf und einer Aureole um den Körper dargestellt. Christus, christliche Engel und Heilige, der historische Buddha, kosmische Buddhas und bedeutende Bodhisattvas wurden mit einem solchen „Heiligenschein“ und mitunter auch einer Aureole um den Körper dargestellt.

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Ist das Wesentliche, der Kern einer Erleuchtung, nun die Ausstrahlung feinstofflicher Energie oder kommt es letztlich auf etwas anderes an. Weist jemand, der die meisten feinstofflichen Energien ausstrahlt, auch den höchsten Grad an Erleuchtung auf? Oder ist die Ausstrahlung feinstofflicher Energien nur eines der Merkmale einer Erleuchtung?

Das Hauptsächliche an einer Erleuchtung, wie der Autor sie versteht, ist tatsächlich noch etwas anderes als die Ausstrahlung und die Verfügung über feinstoffliche Energien sowie das „reine klare Gewahrsein“ und die „Verfassung mitfühlenden Erbarmens“. Worauf es wirklich ankommt, ist das Handeln aus dem höheren Selbst heraus, dem göttlichen Teil im Menschen, mit dem sich der Meditierende im Verlaufe seiner spirituellen Entwicklung immer mehr verbindet. Das Handeln nach göttlichem Willen ist das, was in dem Bewusstseins-Zustand der Erleuchtung nach Auffassung des Autors das höchste ist. Dass dies so ist, wird unterstützt von folgender Passage aus dem Sohar, dem bedeutendsten Buch der Kabbala:

„Wenn Neschamah (das höhere Selbst) die Herrschaft hat,wird der Mensch ein vollkommener Heiliger genannt; geeinten Willens Träger vor dem Allheiligen.“

Die Verfügung über große Mengen feinstofflicher Energien, die u.a. für die Heilung verwendet werden können, das reine klare Gewahrsein und die Verfassung mitfühlenden Erbarmens dienen vor allem der Unterstützung des Handelns nach göttlichem Willen.

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Von allen dem Autor bekannten Personen, die feinstoffliche Energien ausstrahlen, handelte und handelt Pater Pio (1887-1968) als einziger fast ausschließlich aus dem höheren Selbst heraus. (Pater Pio wurde 2002 heilig gesprochen.) An zweiter Stelle stehen tibetische Lamas und der Dalai Lama. Es gibt auch Menschen, die zum Teil aus dem höheren Selbst heraus handeln, ohne dass sie Energie ausstrahlen und als „Lichtwesen“ von Sensitiven zu erkennen sind. Und Erleuchtung, zumindest die Anfangsgrade, können anscheinend auch spontan erlangt bzw. verliehen werden. Verdienste könnten dabei eine Rolle spielen, darüber hinaus kommt es wahrscheinlich vor allem auf so etwas wie Gnade an.

Ist nun derjenige, der die vollkommene Erleuchtung erlangt hat, der perfekte Diener Gottes? Sind wir nur die Diener Gottes? Nein, das ist nicht der Fall. Wir sollen selber wie Gott werden (Die Betonung liegt auf „wie“.) So steht es schon in der Bibel.

  

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