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Haiku und Tanka, Jotin, 07. August 2013: Warum gibt es das Böse? Der Mensch im Spannungsfeld zwischen Engel und Dämonen!

Mittwoch, August 7th, 2013

Warum gibt es das Böse? Der Mensch im Spannungsfeld zwischen Engel und Dämonen!

Atman Mutter mit Höherem Selbst Marmorkirche Giske

Höheres Selbst als Engelskopf über Mutter mit Kindern an der Kanzel in der Marmorkirche auf der Insel Giske bei Alesund/ Norwegen (Altar-Jakob 12. Jahrh.)

Über der  Figur hält sich ein höheres Selbst als eine Art „Genius loci“ auf. (eigenes Foto)

 

Atman Dämon fährt aus dem  Nidaros Dom

Dämon an der Außenseite des Nidaros-Domes in Trondheim/Norwegen (eigenes Foto)

 

Das Leben auf der Erde ist lebensgefährlich. Die Elemente, auf denen das inkarnierte Leben auf der Erde beruht, können es auch vernichten: Wasser als Flutkatastrophe, Luft als Orkan, Feuer als Feuersbrunst und Erde als Erdbeben, Vulkanausbruch oder Absturz eines Asteroiden. Unfälle bedrohen das Leben, Wassermangel, Hunger, Krankheiten und die Gewalt von Menschen gegeneinander, wie sie im Krieg ihren Höhepunkt erreicht.
Es gibt das Böse, das Menschen einander antun. Der Mensch ist des Menschen Wolf, wie gesagt wurde. Um dieses Böse geht es hier. Warum gibt es dieses Böse? Ist die Ursache hierfür, dass wir uns aus der Tierreihe entwickelt haben, wo das Recht des Stärkeren gilt, wo der Stärkere den Schwächeren frisst und der Schwächere bei einigen Tierarten auch der eigene Nahverwandte sein kann? Oder ist die Ursache für das Böse im Menschen der Teufel, die „gefallenen Engel“, von denen die Katholische Kirche auch heute noch weiß, dass es sie gibt?

 

Atman Mann kämpft mit Dämon in Stavanger Kathedrale

Mann kämpft mit Dämon, St. Svithun-Kathedrale in Stavanger/Norwegen (eigenes Foto)

 

Atman a Heilung eines Besessenen

Heilung eines Besessenen durch den Hl. Adalbert, Geneser Tür, 12. Jahrh. (eigenes Foto)

Warum gibt es das Böse, das Menschen einander antun?

Gibt es das Böse, weil es den Teufel gibt oder gibt es Dämonen, weil das Böse existiert? Der Autor vertritt die letztere Auffassung. Das Böse war zuerst da und Dämonen haben sich entwickelt, um es zu nutzen, wobei sie dann natürlich an der Ausbreitung des Bösen sehr interessiert waren und auch weiterhin sind.
Der Neurochirurg Dr. Eben Alexander (Blick in die Ewigkeit, Ansata Verl. 2013) begründet die Existenz des Bösen aufgrund seiner intuitiven Erkenntnisse während eines Nahtod-Erlebnisses folgendermaßen:

„Ich sah die Erde als hellblauen Punkt in der unermesslichen Schwärze des physischen  Raumes. Ich konnte sehen, dass die Erde ein Ort war, wo sich Gut und Böse vermischten, und dass dies eines ihrer ganz besonderen Merkmale war. Selbst auf der Erde gibt es mehr Gutes als Böse, aber die Erde ist ein Ort, wo dem Bösen erlaubt wird, in einer Weise an Einfluss zu gewinnen, wie es auf den höheren Ebenen der Existenz vollkommen unmöglich wäre, Dass das Böse gelegentlich die Oberhand gewinnen kann, war dem Schöpfer bekannt und von ihm gewollt, und zwar als notwendige Konsequenz des freien Willens, den er Wesen wie uns gegeben hat. Über das ganze Universum wurden winzige Teilchen des Bösen verstreut, aber die Endsumme all dieses Bösen war nur ein Sandkorn in einem riesigen Strand im Vergleich zu der Güte, der Fülle, der Hoffnung und der bedingungslosen Liebe, von denen das Universum buchstäblich überflutet wurde. Der Stoff, aus dem diese andere Dimension besteht, Ist Liebe und Akzeptanz, und was immer diese Eigenschaften nicht hat, wirkt dort augenblicklich und offensichtlich fehl am Platz.“

Aufgrund der Wahrnehmungen von Eben Alexander existiert das Böse also deswegen, weil wir Menschen über den freien Willen verfügen. Das entspricht auch der jüdischen Auffassung, nach der der Mensch die Freiheit besitzt, gut oder böse zu handeln. Böse handelt ein Mensch aus Antrieben heraus, die er zum Überleben grundsätzlich braucht. Auch nach Augustinus kommt das Böse durch den freien Willen des Menschen in die Welt. Eben Alexander sagt auch etwas über die Bedeutung des freien Willens für das Leben der Menschen auf der Erde; durch den freien Willen hat der Mensch die Chance, dem Göttlichen entgegenzuwachsen. Nach der Bibel ist das Böse in die göttliche Planung der Welt einbezogen. Im Alten Testament heißt es:
„ …der Ich, der Herr, das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der Herr, der dies alles tut“ (Jes. 45,7). In den Sprüchen Samomos (16,4) heißt es noch deutlicher: „Der Herr macht alles zu seinem Zweck, auch den Gottlosen für den bösen Tag.“

 

Die Entscheidung für das Böse trennt den Menschen vom Göttlichen!
Das Leben des Menschen auf der Erde vollzieht sich in dem Spannungsfeld von Gut und Böse. Ausgestattet mit der Verbindung zum Göttlichen durch seinen Heiligen Schutzengel oder treffender durch sein höheres Selbst, suchen Dämonen ihn vom Göttlichen zu trennen und  sich seiner Seele zu bemächtigen. Paulus weiß hierüber Bescheid: In einem Brief an die Epheser (6,12) formuliert er: „Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“

 

Atman Höheres Selbst über 2 Pers. in Stavanger Kathedrale

Höheres Selbst als Engelskopf über jeder der beiden Personen an der Kanzel der St. Svithun-Kathedrale in Stavanger/Norwegen (Andreas Smith, 17. Jahrh.) (eigenes Foto)

 

Atman Zwei Personen mit Höherem Selbst Marmorkirche Giske

Höheres Selbst als Engelskopf über jeder der beiden Personen an der Kanzel der Marmorkirche auf der Insel Giske bei Alesund/Norwegen (Altar-Jakob, 12. Jahrh.) (eigenes Foto)

Der Kopf des Engels über den Figuren an der Kanzel der beiden Kirchen stellt bei jeder Person das Höhere Selbst dar. Über jeder der  beiden Figuren der Kanzel der Marmorkirche in Giske, die von Altar-Jakob geschnitzt wurden, hält sich auch tatsächlich ein höheres Selbst als eine Art „Genius loci“ auf. (eigenes Foto)

 

Wer sind die Engel, die sich zurückziehen, wenn sich der Mensch für das Böse entscheidet?

In dem Kampf gegen das Böse und die hieraus Nutzen ziehenden Dämonen unterstützen uns Engel, insbesondere Schutzengel, von denen jedem Menschen zumindest einer beigegeben ist. Wer sind diese Schutzengel? Nach Auffassung des Autors steht unter ihnen an erster Stelle der göttliche Teil seiner Seele, sein höheres Selbst. In der Bibel wird er Schutzengel genannt, die Kabbala aber kennt ihn als Neschamah. Neschamah ist identisch mit dem höheren Selbst. Er ist der Seelenteil im Menschen, der nach der Kabbala als einziger das Sagen vor Gott hat. Er hält die Verbindung zum Schöpfer und kann sie intensivieren. Die Energie, über die er verfügt, ist anscheinend unerschöpflich. Die alten Griechen nannten den persönlichen Schutzgeist, der jedem Menschen beigegeben ist, „Daimon“. Er wurde des Öfteren mit dem Bewusstsein und der Seele gleichgesetzt. Im Iran gibt es in der Religion des Zarathustra den Begriff des „transzendenten himmlischen Ichs“, als himmlischen Pol der irdischen menschlichen Persönlichkeit.
Nach den Erfahrungen altindischer Mystiker, wie sie in den Veden niedergelegt sind, ist der oberste Lenker des Menschen Atman oder das höhere Selbst. Es ist tief verborgen und viele Menschen lernen es nie kennen. Der gemeinsame Kern aller  Yoga-Methoden  ist es, das höhere Selbst zu erfahren. Wer  das höhere Selbst „kennt“ hat Anteil an seiner Furchtlosigkeit und unerschöpflichen Kraft und steht über den Wechselfällen des Lebens. Und es zu kennen, vermittelt auch Seligkeit, die sich über den ganzen Menschen ausbreitet. Regelmäßige Meditation ist nach den Erfahrungen des Autors die beste Methode, mit dem höheren Selbst in Verbindung zu treten.

In enger Verbindung mit dem höheren Selbst steht der Schöpfer bzw. Brahman, die Große Leere oder das Dao. Diese Verbindung nach oben lässt sich als Entfernung wahrnehmen. Sie ist umso kürzer, je weiter jemand auf dem spirituellen Weg fortgeschritten ist. Wenn die Entfernung einen bestimmten Wert unterschreitet, verbinden sich das höhere Selbst und das Göttliche darüber im Menschen.
(Diese Verbindung kann schon etwas früher herbei geführt werden, indem man um die Verschmelzung bittet. Dazu  muss man beide, das höhere Selbst und das Göttliche darüber wahrnehmen und das Göttliche in das höhere Selbst im Menschen überführen. Wahrnehmen heißt hier, mit seiner Freiseele zu beiden hingehen und mit ihnen in Verbindung treten. Durch die Verschmelzung des höheren Selbst mit dem Göttlichen darüber steigt die seelisch-geistige Kraft eines Menschen beträchtlich an, was sich u.a. in der Kraft seines Segnens bemerkbar macht.)

Wenn sich das höhere Selbst mit dem Göttlichen verbindet, dann sind wir unserem wahren spirituellen Selbst ein Stück näher gekommen. Was dann weiterhin dazu gehört, ist die Umsetzung im täglichen Leben, bei der Liebe und Mitgefühl eine entscheidende Rolle spielen.

Das Böse ist gottgewollt. Wir müssen damit leben. Es ist der Preis für unsere Freiheit, unseren freien Willen und unsere Annäherung an das Göttliche. 

Es gibt die verschiedenen Ebenen des Seins, die von unterschiedlichen Geistwesen bewohnt werden, die höheren von körperlosen Wesen, die als Lichtkugeln wahrgenommen werden können. Diese Ebenen können in der Meditation erreicht werden. Die Seele des Menschen ist nicht nur auf der materiellen Erde, sondern auch diesen Ebenen zu Hause, auch während der Zeit, in der er auf der Erde inkarniert ist. Seine Seele stammt von einer dieser Ebenen, viele von der dritten Ebene, wenige von höheren Ebenen. Die dritte Ebene, nach der Zählung des Autors,  ist für den Kampf von Dämonen und Engeln um die menschliche Seele von besonderer Bedeutung. Wenn der Autor sich in der Meditation auf diese Ebene begibt, sieht er an der linken und rechten Seite eines Menschen gewöhnlich einen Engel, über seinem Kopf aber sein höheres Selbst, drei Wesenheiten, die ihn beschützen. Hinter diesem Menschen aber sieht er ein Heer von Dämonen. Aber über einem Menschen, der sich für das Böse entschieden hat, erblickt er einen Dämon und das höhere Selbst und Engel hinter ihm. Das höhere Selbst verlässt auch den bösen Menschen nicht. Es wartet auf eine Gelegenheit zu ihm zurückkehren zu können. So wie das höhere Selbst auch weiterhin zu seinem Menschen hält, wenn dieser sich (vorübergehend) für das Böse entschieden hat, so sollten auch wir diesen Menschen, wie es die biblische Tradition verlangt, weiterhin mit Würde behandeln, auch wenn ihn unsere weltliche Gerichtsbarkeit verurteilen muss.

Stabkirche mit Dämonen

Stabkirche mit Dämonen

Stabkirche mit stilisierten Drachenköpfen, die an die Wikingerschiffe erinnern (eigenes Foto). Die Drachenköpfe wurden meist in Ost-West-Richtung (der Bewegung der Sonne) angebracht. Der Drache war ein Dämon. Bei den Wikingerschiffen war das Anbringen eines Drachenkopfes eine magische Handlung, die das Schiff in ein Ungeheuer verwandelte, um gegen feindliche Geistwesen gewappnet zu sein. Die Drachen in den Stabkirchen sollten die Kirche und die Menschen darin gegen Feinde des neuen Glaubens schützen. Der Autor fand in jeder der Kirchen, die er in Norwegen aufsuchte, auch in Kirchen, die keine Stabkirchen waren, ein Geistwesen, das sich als Schutz-Drache ansprechen ließ. Es war nicht mit den Drachenköpfen verbunden, sondern hielt sich im Innern der Kirche auf, auch in solchen, an denen keine Drachenköpfe angebracht waren.

 

Drachen flogen vom
Bug der Wikinger-Schiffe
zu den Stabkirchen –
hier Schutzgeleit für Seelen
zu ihrem neuen Walhall.

 

Nordseite der Stabkirche im Museum Trondheitm

Nordseite der Stabkirche im Museum Trondheim

Nordseite einer Stabkirche aus dem 12. Jahrhundert ohne Fenster und Eingänge, Anbau 1704,  im Trondelag Folkemuseum in Trondheim-Sverresborg (eigenes Foto). Die Nordseite der Kirchen war nach altem Glauben den Geistern der Nacht in besonderem Masse ausgesetzt und musste deshalb speziell geschützt werden. Das ist der Grund dafür, dass auf der Nordseite häufig Eingänge und Fenster fehlen.

Stabkirchen sind Kirchen in Holzkonstruktion, die in Skandinavien während der Übergangszeit von der heidnischen Religion zum Christentum vor allem im 12. und 13. Jahrhundert gebaut wurden. Die Wände bestehen aus senkrecht stehenden Stäben. Die Bauweise lehnt sich an den Schiffbau der Wikinger an, einmal bautechnisch und insbesondere aus ästhetischen und religiösen Gründen.

Bergkuppe mit ehemaligem Thor-Heiligtum

Bergkuppe mit ehemaligem Thor-Heiligtum

Fjord-Küste mit Berg in der Nähe von Stavanger/Norwegen (eigenes Foto). Auf dem Berg befand sich ein Heiligtum des germanischen Gottes Thor. Man erhält von einem Bereich oberhalb der Bergkuppe auch Resonanz, wenn man sich auf Thrudheim konzentriert. Thrudheim (Kraftheim) war die Himmelsburg Thors. Man beachte die Verwandtschaft des Namens Thrudheim mit dem Namen der Stadt Trondheim. Auf dem freien Platz vor dem Nidaros-Dom in Trondheim befand sich ein Tempel von Thor, der im Zuge der Christianisierung Norwegens zerstört wurde. Dass Thor die Zerstörung nicht verhinderte, galt als Beweis dafür, dass der Christengott mächtiger war als Thor. Die christlichen Missionare behaupteten auch, dass Christus Thor auf seiner Höllenfahrt nach seinem Kreuzestod besiegt habe. (Die germanischen Götter leben allerdings seit jeher auch in jedem von uns.)