Archive for Mai, 2012

Haiku und Tanka, Jotin, Juni 2012: Was es im Daoismus bedeutet, ein Unsterblicher zu sein und worauf es bei der Erleuchtung wirklich ankommt!

Sonntag, Mai 27th, 2012

Was es im Daoismus bedeutet, ein Unsterblicher zu sein und worauf es bei der Erleuchtung wirklich ankommt!

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Statue eines Mönches am Eingang zu den Yungang-Grotten in China (eigenes Foto)

Die Statue ist ein Stützpunkt der unsterblichen Seele des Mönches, wie sie insbesondere im Daoismus angestrebt wird.

Die drei Seelen des Menschen!

Um die oben aufgestellten Behauptungen zu beweisen, muss man zunächst einmal etwas über die verschiedenen Seelen des Menschen wissen. Nach den Erkenntnissen chinesischer Weiser besteht ein Mensch aus mehreren Seelen. Sie unterschieden zwischen Hun- und P’o-Seelen, den Hauch- und Körper-Seelen. Der Tod tritt ein, wenn sich Hun und P’o voneinander lösen. Die Hun-Seelen werden auch als himmlische Seelen, die P’o-Seelen als Erdseelen bezeichnet. Die himmlischen Seelen sollen den Tod des grobstofflichen Körpers überleben, die Erdseelen aber wie der grobstoffliche Körper dem Verfall unterliegen. Von den himmlischen Seelen kommt der Wanderseele eine besondere Bedeutung zu. Die Erfahrungen des Autors beschränkten sich lange Zeit bei sich selber, anderen Menschen und auch bei Tieren auf die Wahrnehmung der Wanderseele. Sie verlässt nachts im Traum, aber auch bei vielen anderen Gelegenheiten den Körper. Sie geht dorthin, worauf die Aufmerksamkeit gerichtet ist. Beim Autofahren eilt die Wanderseele des Fahrers dem Auto eine Strecke voraus. Der Autor findet sie an den Stellen, auf welche die Aufmerksamkeit des Fahrers gerichtet ist. Wenn Verstorbene zu Besuch kommen, so ist es vor allem deren Wanderseele, die wahrgenommen wird.

 

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Pyramide von Gizeh (eigenes Foto)

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Vitalseele (Mensch mit erhobenen Armen) und Wanderseele (Vogel) im Alten Ägypten (eigenes Foto)

Auch die Alten Ägypter schrieben dem Menschen mehrere Seelen zu, von denen eine wie im Alten China die Wanderseele war. Sie wurde auch als Exkursions-Seele bezeichnet. Ihr Hauptmerkmal war ihre große Beweglichkeit. Die Wanderseele wurde im Alten Ägypten vielfach als Vogel mit Menschenkopf dargestellt. Sie kann aber auch andere Gestalten annehmen, darunter auch die menschliche des Eigners. Die Wanderseele ist es auch, mit der Seelenreisen unternommen werden, wie sie im Schamanismus üblich sind. Hinzu kommen dann noch Hilfsgeister, mit denen der Schamane die Seelenreisen unternimmt. Sie sind die eigentlichen Experten bei diesen Reisen. Der Schamane vertraut sich ihnen an. Mit zunehmender Erfahrung und dem Bestreben, etwas zu bewirken, wie z.B. Heilung, nehmen dann noch weitere Seelen des Schamanen an der Seelenreise teil, wie insbesondere das Höhere Selbst, das über anscheinend unbegrenzte Energie verfügt. Das höhere Selbst ist der göttliche Teil im Menschen. Das Höhere Selbst und die Wanderseele können nicht die einzigen Seelen des Menschen sein, denn der Mensch lebt ja weiter, wenn diese beiden Seelen den Körper des Menschen im Traum und bei anderen Gelegenheiten verlassen. Ob diese Schlussfolgerung nun zwingend ist oder nicht, jedenfalls besitzt der Mensch neben der Wanderseele und dem Höheren Selbst noch eine weitere Seele, nämlich die Vitalseele, die den Körper belebt. Dieser Seele kommt auch im Spirituellen eine Bedeutung zu. Desweiteren besitzen auch die wichtigsten Organe des Menschen ihre speziellen Organseelen. Die Organseelen können verloren gehen, durch Krankheit und traumatische Erlebnisse z.B. und auch durch andere ersetzt werden. Der menschliche Körper ist darüber hinaus Stützpunkt für mehrere Schutzgeister. Diese können zum Teil im Laufe des Lebens wechseln.

Die Wanderseele ist anscheinend identisch mit dem Astralkörper bzw. der Astralseele. Der Astralkörper umhüllt den menschlichen Körper und füllt ihn bis in seine feinsten Teile aus. Der pulsierende Punkt im Hara (zwei Finger breit unter dem Bauchnabel und eine Strecke in den Körper hinein) gehört dazu ebenso die Chakren, die sieben Hauptchakren nebst den Nebenchakren.   Nach der Kabbala stirbt die Vitalseele (in der Regel) beim Tode eines Menschen ab. Sie erleidet das gleiche Schicksal wie der physische Körper bzw. wie die Erdseelen nach chinesischer Tradition. Nach Beobachtungen des Autors geschieht dies in den ersten Tagen nach dem Tod eines Menschen. Nach gnostischen Lehren hat die Vitalseele normalerweise keine Verbindung  zum Höheren Selbst. Mit Hilfe der Astralseele kann jedoch eine Verbindung zwischen Vitalseele und Höherem Selbst hergestellt werden. Durch die Tätigkeit der Astralseele kann dann nach diesen Lehren aufgrund der Verbindung zwischen Vitalseele und Höherem Selbst die „tierische“ Vitalseele in die „göttliche“ Vitalseele umgewandelt werden. Dies geschieht bei den Menschen, die mit großer Hingabe einen spirituellen Weg gehen. Die in die göttliche Vitalseele umgewandelte Vitalseele überlebt nach den gnostischen Lehren den Tod des grobstofflichen Körpers. Im Alten Ägypten wurde ebenfalls zwischen drei Seelen unterschieden. Die bedeutungsvollste dieser drei Seelen war die Ach-Seele. Sie wurde auch als die verklärte Seele bezeichnet. Das ägyptische Wort „Ach“ leitet sich von dem Stammwort „Leuchten“ ab. Die Ach-Seele enthält das Höhere Selbst. Es ist die Seele, welche (nach dem Tod) die volle Verfügungsgewalt hat. Es bestand die Vorstellung, dass die Ach-Seele aus der Verschmelzung der Vitalseele mit der Wanderseele hervorgeht. Damit sich der Verstorbene die Ach-Kraft aneignete und damit eine götterähnlichen Existenzform erlangte, wurden die magisch-rituellen Maßnahmen der Verklärungsriten vollzogen. Die Verklärungsriten verhinderten den Zerfall der Vitalseele unmittelbar nach dem Tod und auch die Wanderseele, also die Astralseele, sollte durch diese Riten unbegrenzt weiterleben. In vielen Museen findet man prächtige altägyptische Sarkophage. Sie stehen vielfach aufrecht und zeigen das Portrait der mumifizierten Person, die in dem Sarkophag ist. Jedes Mal, wenn der Autor in einem Museum vor einem solchen Sarkophag stand und das Portrait betrachtete, spürte er, dass er hier etwas Lebendigem begegnete, offensichtlich der Person, die auf dem Sarkophag abgebildet war. Das stimmt damit überein, dass sich die Ach-Seele nach altägyptischer Vorstellung in unserer Welt zeigen und hier etwas bewirken kann. Die Wesenheiten, denen der Autor hier begegnete, wirkten sehr souverän und wenn es so etwas wie göttlichen Stolz gibt, dann sind sie davon erfüllt. Dem Autor schien das Schicksal dieser mit ihrem toten Körper verknüpften Wesenheiten zunächst durchaus nicht beneidenswert, bis ihm klar wurde, dass der Sarkophag ja nur ein Stützpunkt für die Ach-Seele ist und sie ansonsten ihren Aufgaben (in den geistigen Welten) nachgehen kann. Allein schon mitunter bei ihrem Sarkophag zu verweilen, um dafür empfänglichen Personen bewusst zu machen, dass etwas im Menschen den Tod überlebt, scheint dem Autor in unserem materialistischen Zeitalter eine äußerst bedeutsame Aufgabe. Stützpunkt einer Ach-Seele kann im Übrigen auch eine Skulptur des Inhabers sein.Wie oben erwähnt, bestand im Alten Ägypten die Vorstellung, dass die Ach-Seele aus der Verschmelzung der Vitalseele mit der Wanderseele (der Astralseele) hervorgeht. Nicht nur, weil in der Ach-Seele das Höhere Selbst, die spirituelle Seele, enthalten ist, auch von ihrer Führungsposition her muss die spirituelle Seele maßgebend daran beteiligt sein. Auch im Daoismus wird die unsterbliche Seele durch Verschmelzung zweier grundlegender Bestandteile des Menschen geschaffen, nämlich durch die Verschmelzung der den Geist formenden Urenergie Neiqi mit der gröberen Lebenskraft Ching. Wenn man die Lebenskraft Ching mit der Vitalseele und die den Geist formende Urenergie Neiqi mit der Wanderseele bzw. der Astralseele gleichsetzt, wird die unsterbliche Seele der Daoisten auf die gleiche Weise geschaffen wie die Ach-Seele im Alten Ägypten. Der Prozess der Verschmelzung der beiden Energien wird auch hier nicht ohne die Beteiligung der spirituellen Seele, des Höheren Selbst, ablaufen. Es bestehen auch Unterschiede in dem Entstehen der Ach-Seele im Alten Ägypten und dem Entstehen der unsterblichen Seele bei den Daoisten. Im Alten Ägypten entstand die Ach-Seele erst nach dem Tod durch Verklärungs-Riten, bei den Daoisten entsteht die unsterbliche Seele durch fortgesetztes eigenes Bemühen, nämlich das Gehen eines spirituellen Weges zu Lebzeiten.Wenn das Ergebnis das gleiche sein soll, dann könnten auch die Skulpturen von daoistischen Meistern ebenso wie Sarkophage und Skulpturen aus dem Alten Ägypten Stützpunkte von Ach-Seelen derjenigen sein, die Unsterblichkeit erlangt haben. Das sollten dann die Skulpturen und Bilder von Unsterblichen sein, die in Tempeln und auf dem sie umgebenden Gelände aufgestellt sind. Nach Wahrnehmung des Autors ist tatsächlich der Fall. U.a. ist das Relief mit den acht Unsterblichen bei den Yungang-Grotten ein Stützpunkt von sieben der acht Unsterblichen siehe das Weblog vom 02.03.2012. „Das DAO erlangen II“ . Warum er nicht alle acht findet, ist dem Autor nicht bekannt. Im Folgenden werden weitere Skulpturen von spirituellen Meistern gezeigt, deren Skulpturen ein Stützpunkt ihrer Ach-Seele ist. Ein Stützpunkt seiner Ach-Seele ist auch das Bild des Zen-Meisters Bodhidharma, der im 6. Jahrhundert Zen von Indien nach China brachte. Das Bild hängt in einem Tempel in Kyoto. Das Finden der Ach-Seele in einem Zen-Meister stimmt damit überein, dass auch der buddhistische Weg zu dem gleichen Ziel führt wie derjenige der Daoisten. Erleuchtung kann damit nur die Strahlkraft der Ach-Seele sein, nachdem sie erlangt wurde. Sie erweitert auf unvorstellbare Weise den Wirkungskreis derjenigen, die sie erlangt haben und befähigt sie, Dinge zu tun, die anderen verschlossen sind. Die Ach-Seele und ihre Strahlkraft bleiben über den Tod hinaus erhalten. Und natürlich verfügen auch christliche Heilige über die Ach-Seele und ihre Strahlkraft.

 

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Zwei Statuen in einer buddhistischen Halle aus der Tang-Zeit im Ahnentempel Jin Ci, China (eigene Fotos)

Die beiden Statuen sind Stützpunkte der Ach-Seelen der dargestellten Mönche.

 

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Der heilige Hermann Josef aus der Basilika von Steinfeld, Eifel;Pater Pio, 2002 heilig gesprochen, der populärste Heilige Italiens (eigene Fotos)

Beide Heilige verfügen über die Ach-Seele und ihre große Strahlkraft.

Die Figur des heiligen Hermann Josef ist auch ein Stützpunkt der

Ach-Seele des Heiligen.

 

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Der Mönch Bodhidharma, der Zen im 6. Jahrh. n. Chr. von Indien nach China brachte, Abbildung aus einem Tempel in Kyoto, Japan (eigenes Foto)

Die Abbildung ist ein Stützpunkt der Ach-Seele des Mönches

Die Cliffs of Moher in West-Irland bei Regen.

Die Cliffs of Moher in Westirland bei Regen (eigenes Foto)

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Haiku und Tanka, Jotin 01.05 bis 31.05.2012: Meditation mit der Hilfe von Guanyin und Manjushri -ein Vergleich! Und warum Beten hilft!

Samstag, Mai 12th, 2012

Meditation mit der Hilfe von Guanyin und Manjushri -ein Vergleich! Und warum Beten hilft!

Guanshiyin ist die mächtige Wesenheit der Barmherzigkeit. Ihr Name bedeutet, „die auf die Notrufe der Welt hört“. Guanyin hat viele Augen, damit sie überall auf der Welt das Leid sieht und viele Arme, damit sie überall helfen kann. Ein Mantra, mit dem sie in China angerufen wird, lautet:

Mano GUANSHIYIN Pusa! 

Das Mantra bedeutet: Verehrung der Bodhisattva Guanshiyin!

 

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Manjushri ist ein Bodhisattva der höchsten Stufe, der die Weisheit verkörpert. Mit seinem Flammenschwert durchtrennt er die Unwissenheit und bringt Licht in die Dunkelheit. Ein Mantra, mit dem er angerufen wird, lautet:

Mano Mahasattva MANJUSHRI!

Das Mantra bedeutet: Verehrung dem Bodhisattva Manjushri!

Wenn man sich auf eines dieser beiden Mantras in der Meditation konzentriert, es wiederholt und sich dabei mit der angerufenen Wesenheit verbindet, entweder mit der Guanyin, der Wesenheit der Barmherzigkeit oder mit Manjushri, dem Bodhisattva der Weisheit, dann ist die Wirkung sehr unterschiedlich, und zwar sowohl von dem sich einstellenden Gefühl und Denken als auch von der angesammelten feinstofflichen Energie her. Die Wirkung ist in beiden Fällen positiv, doch die sich einstellenden Gefühle sind verschieden und auch die Chakren, die durch die Meditation mit feinstofflichen Energien aufgeladen werden.

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Bevor die unterschiedliche Art der positiven Wirkungen bei der Meditation mit der Hilfe von Guanyin und Manjushri auf den Meditierenden näher erläutert wird, werden die Orte beschrieben, an denen die oben abgebildeten Statuen aufgestellt sind. Der Altar von Manjushri mit dem Flammenschwert steht auf dem Wutai Shan, dem Berg, dessen Schutzpatron Manjushri ist und wo er seinen geistigen Wohnsitz hat. (eigenes Foto) Der Wutai Shan ist mit seinen fünfzig existierenden Klöstern Chinas wichtigster buddhistischer Wallfahrtsort.

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Pavillon auf dem Wutai Shan (eigenes Foto)

Während Manjushri als der Bodhisattva Chinas schlechthin gilt, ist Guanyin die beliebteste. Die Statue von Guanyin mit den beiden sie begleitenden Kindern, wie sie oben abgebildet ist, steht in einer buddhistischen Halle aus der Tang-Zeit von 622 n. Chr. im Ahnentempel Jin Ci bei Taiyuan (in der Nähe des Haupteingangs). (eigenes Foto) Der Ahnentempel der Jin ist ein weitläufiges Gelände mit vielen Hallen und Gebäuden, die in unterschiedlichen Epochen errichtet wurden. Er soll bereits im 11. Jh. v. Chr. gegründet worden sein. Vor der Halle der Heiligen Mutter, einer daoistischen Göttin, die auch als Himmelskönigin bezeichnet wird, entspringt die Hauptquelle des Jinshui Flusses. Desweiteren kreuzen sich hier zwei Leylines, breite geomantische Zonen und machen den Ort zu einem geomantischen Zentrum mit vielfältigen feinstofflichen Energien, welche die Besucher aufladen und stärken.  Hier ist eine Art Akupunktur-Punkt der Erde, ein Wohnort mächtiger Naturgeister.

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Hauptquelle des Jinshui-Flusses vor der Halle der Heiligen Mutter (eigenes Foto)

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In dem  buddhistischen Tempel aus der Tang-Zeit in der Nähe des Haupteingangs zum Ahnentempel befinden sich auch die fünf Gottkaiser Wu ti. Sie sind u.a. für die Himmelsrichtungen zuständig. Vier von ihnen wurden bereits in der Zhou-Zeit (1066 bis 221 v. Chr.) verehrt. Der fünfte, wohl der jüngere lächelnde, kam in der frühen Han-Zeit ( 202 vor bis 6 nach Chr.) hinzu. Jeder der fünf Gottkaiser trägt auf seiner Kopfbedeckung das chinesische Schriftzeichen für Wang, das König bzw. Macht bedeutet. (eigene Fotos)

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Die Halle der Heiligen Mutter enthält eine daoistische Heilige, die auch als Himmelskönigin bezeichnet wird. Wie Guanyin wird sie von Frauen und Ehepaaren um Kindersegen angerufen und deshalb auch mit dieser buddhistischen Wesenheit der Gnade verglichen. Umgeben von Bediensteten, sitzt die Heilige Mutter auf einem reichgeschmückten Thron. Die insgesamt 43 Skulpturen aus Ton wurden während des Tempelbaus (1023 bis 1032) modelliert und bemalt. (eigenes Foto)

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Rechts von der Halle der Heiligen Mutter stehen zwei alte Bäume, eine um 50 Grad aus der Senkrechten über das Dach der Halle geneigte Zypresse, die zwischen dem 11. und 8. Jahrhundert v. Chr. gepflanzt worden sein soll sowie ein über 1000 Jahre alter Japanischer Schnurrbaum aus der Sui-Dynastie. (eigenes Foto) Der Schnurrbaum strahlt die Energie eines mächtigen Erdgeistes aus, der seinen Sitz in der Erde hat. Die Verehrung der Erdgottheit hatte im Alten China John Lagerwey (China Der Kontinent der Geister) zufolge eine große Bedeutung. Jedes Dorf und jedes Stadtquartier soll sich einer Erdgottheit zugehörig fühlen bzw. gefühlt haben. Mitunter soll ein chinesisches Dorf um den Baum des Erdgeistes herum gebaut worden sein. Der Erdgottheit war also mitunter ein bestimmter Baum zugeordnet, wahrscheinlich derjenige, der über seinem unterirdischen Sitz wuchs und infolgedessen seine Energie ausstrahlte. Die Erdgottheit wird als eine Wesenheit gesehen, die eine spirituelle Energie spendet, welche belebt und befruchtet. Rechts von der Halle der Heiligen Mutter ist dies heute der Japanische Schnurrbaum, der die Energie der Erdgottheit ausstrahlt. In früheren Zeiten war es anscheinend die schon seit 1000 Jahren geneigte Zypresse.

Ein Baum, der ebenfalls die Energien eines mächtigen Erdgeistes in der Tiefe ausstrahlt, wächst in Paphos/Zypern oberhalb des Eingangs einer Grotte, die ursprünglich ein vorchristliches Heiligtum war. Der Baum, ein Pistazienbaum, wird als heilig angesehen. In Byzantinischer Zeit wurde die Grotte als Kirche genutzt, die der Heiligen Salomoni gewidmet war. Die Katakombe von Agia Solomoni, wie sie genannt wird, wurde in der hellenistischen Periode erbaut. Sie besteht aus einem Hof, der von fünf in den Felsen gehauenen Räumen umgeben ist. In einem der Räume befindet sich eine Quelle. An dem heiligen Baum hängen Taschentücher und Stoffstreifen. Dem überlieferten Glauben nach wird man von Krankheiten geheilt, wenn man etwas von sich (als Weihegabe) an die Zweige des Baumes hängt.

Energien von Erdgeistern werden nicht nur von Bäumen, sondern auch von anderen Objekten ausgestrahlt, die sich über der Wesenheit in der Erde befinden.

An den Externsteinen ist dies z.B. die Felsengruppe rechts, in der unten die Grotte und oben der Altar und die Altarnische aus dem Fels herausgearbeitet wurden.

In der Gnadenkapelle in Altötting strahlt die Schwarze Madonna auf dem Altar die Energien der Erdgöttin aus.

 

 

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Links von der Halle der Heiligen Mutter liegt der zweistöckige Tempel der Wassergöttin aus dem Jahres 1563. (eigenes Foto) 

Was sind nun die Unterschiede in der Wirkung der Meditation, wenn einmal mit der Hilfe von Guanyin und zum anderen mit der Hilfe von Manjushri meditiert wird und warum Beten hilft:

Als erstes spürt man, dass die Bewusstseinszustände, die sich während der Meditation und danach einstellen, sehr unterschiedlich sind. Während der Meditation mit der Hilfe von Guanyin, der Bodhisattva der Barmherzigkeit, stellt sich ein starkes Gefühl der Liebe zur Schöpfung ein. Man spürt Mitgefühl, Sympathie und Liebe zu allem, was existiert. Dieses Gefühl hält auch nach der Meditation noch lange an. Man begegnet allem, Belebtem wie Unbelebtem, mit mehr Freundlichkeit, Achtung und Verständnis.

Während der Meditation mit der Hilfe von Manjushri stellt sich demgegenüber vor allem das Gefühl einer höheren Einsicht ein. Die Struktur der Welt, der man sich ebenfalls liebevoll verbunden fühlt, erscheint durchschaubar. Und tatsächlich erhält man auch auf Fragen und Probleme, die einen bewegen, während der Meditation und auch danach noch intuitiv die richtige Antwort. Eine der Fragen, die dem Autor beantwortet wurden, war z.B. die nach einer guten Gestaltung der Meditation.

Als der Autor dann den Grad der feinstofflichen Energie untersuchte, die sich aufgrund der Meditation in den einzelnen Chakren angesammelt hatte, war er sehr überrascht über die großen Unterschiede. Diese machen es verständlich, warum sich die Bewusstseinszustände so stark unterscheiden. Während sich bei der Meditation mit Hilfe von Guanyin die feinstoffliche Energie fast ausschließlich im Herz-Chakra ansammelt und Liebe zur Schöpfung bewirkt, findet der Autor nach der Meditation mit Hilfe von Manjushri  jedes Mal sehr viel Energie im Hals-, Stirn- und Kopf-Chakra. Dem entspricht, dass Manjushri auch als der Meister der Rede bezeichnet wird. Darüber hinaus aber findet der Autor bei der Meditation mit der Hilfe von Manjushri nach jeder Meditation den gleichen Grad an feinstofflicher Energie wie im Hals-, Kopf- und Stirn-Chakra auch im Herz-Chakra sowie den drei darunter liegenden Chakren.

Bei jeder Meditation mit Hilfe von Manjushri wird bei ihm durch die Meditation in jedem der sieben Chakren die gleiche Menge an feinstofflicher Energie angesammelt. Im Herz-Chakra ist dies Shen, in den drei darunter liegenden Chakren Chi und die gröberen Formen von Chi und im Hals-, Stirn- und Kopf-Chakra eine Energie, die sich als Yang-Shen, Leerheit und verfeinerte Leerheit ansprechen  lässt.

Einen derart hohen Grad an angesammelter feinstofflicher Energie und eine derart gleichmäßige Verteilung auf alle Chakren hatte der Autor bisher noch bei keiner seiner Meditationen erlebt.

In einigen Sutren (Lehrreden Buddhas), wie z.B. dem Avatamsaka Sutra wird Manjushri eine  große Bedeutung beigemessen. (Im Avatamsaka Sutra begegnet der Knabe Sudhana 53 verschiedenen Lehrern. Von diesen lernt Sudhana das, was für das Erreichen der nächsten Stufe auf seinem Weg zum Bodhisattva notwendig ist. Der erste Lehrer und der Ausgangspunkt seiner Reise ist Manjushri. In der Gegenwart von Manjushri erwacht in Sudhana der Erleuchtungsgeist.  Manjushri ermutigt Sudhana, die Reise anzutreten und sich verschiedenen Lehrern anzuvertrauen.)

Akira Hirakawa vertritt die Auffassung, dass Beschreibungen von Manjushri auf die Erfahrungen in der Meditation mit Hilfe von Manjushri zurückzuführen sein könnten. Dem kann der Autor dieses Weblogs nur zustimmen. Die Bedeutung von Manjushri dürfte  aus den positiven Erfahrungen mit ihm in der Meditation erwachsen sein.

Die unterschiedlichen Erfahrungen in der Meditation mit der Hilfe von Guanyin und Manjushri, geben auch eine Antwort darauf, wie die Anrufung höherer Geistwesen, wie z.B. die Buddhas der Heilung oder daoistischer, christlicher oder Heiliger anderer Religionen, also das Beten, helfen kann:

Meditation bzw. Beten verändert die körperliche Verfassung sowie das Denken. Durch die Verbindung mit höheren Wesenheiten treten Bewusstseinszustände auf, die denen dieser höheren Wesen ähnlich sind.

 Es gilt: „Wer helle Dinge denkt, zieht helle Dinge an sich heran!“

Und desweiteren auch, dass Menschen, die höhere Wesenheiten anrufen, unter dem Schutz dieser Wesenheiten stehen.

Intuitiv gehen sie Gefahren aus dem Weg und erkennen intuitiv, wie sich die Dinge verwirklichen lassen, um die sie gebeten haben. Und wahrscheinlich wirken auch noch andere Kräfte.

Und was zunächst wie ein großes Unglück erscheint, ist aus der Sicht eines höheren Bewusstseins letztlich nur der Wandel, dem alles unterliegt und der uns auf unserem Weg fortschreiten lässt.

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Glockenturm im Tempel-Garten des Eko-Hauses der Japanischen Kultur in Düsseldorf (eigenes Foto)

Wie im Christentum auch, so hat das Läuten der Glocke religiösen Charakter. Es wird von Buddhisten als die Stimme Buddhas verstanden.

Wer sich im Mai mit der Erdmutter verbindet, dem stiehlt sie das Herz!

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