Archive for Juli, 2011

Haiku und Tanka, Jotin, 18.07. bis 14.08. 2011:Ist die in Ostasien tief verehrte Wesenheit der Barmherzigkeit Guanshiyin nur so etwas wie eine Idee oder ist sie fähig, sich als konkrete Person und Energie zu manifestieren und den Menschen zu helfen, die sie anrufen?

Samstag, Juli 16th, 2011

Ist die in Ostasien tief verehrte Wesenheit der Barmherzigkeit Guanshiyin nur so etwas wie eine Idee oder ist sie fähig, sich als konkrete Person und Energie zu manifestieren und den Menschen zu helfen, die sie anrufen?

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Die Wesenheit, deren Abbildungen der Autor in China in Tempeln, Klöstern, kleinen Altären und auch in Hotelräumen immer wieder begegnete, war Guanshiyin, abgekürzt Guanyin. In den ihr gewidmeten Hallen der Barmherzigkeit nimmt sie den Mittelpunkt ein. Ihr Name bedeutet „Diejenige, die auf die Rufe der Welt achtet“. Sie ist die chinesische Entsprechung des Bodhisattva Avalokiteshvara, der in Ostasien seit mehr als 1000 Jahren als Frau verehrt wird. (In Japan ist ihr Name Kannon.) Die wohl bedeutendste Anrufungsformel – ein Mantra – lautet: Om mani padme hum. Das Mantra wird übersetzt als „Oh, du Juwel in der Lotusblüte“. Das Juwel steht für allumfassendes Mitgefühl. Die sechs Silben des Mantras sollen vom Leid der sechs Daseinsbereiche befreien. Die Silben für vier Bereiche davon sind im Folgenden angegeben: OM soll vom Leid der Götterbereiche, NI vom Leid der menschlichen Lebensbereiche, PAD vom Leid der Tierbereiche und HUM vom Leid der Höllenbereiche befreien. Ein anderes Guanyin gewidmetes Mantra lautet: Namo Guanshiyin Pu’sa. Es bedeutet „Verehrung dem Bodhisattva Guanyin“. Guanyin wird oft mit vielen Armen dargestellt als Zeichen dafür, dass sie fähig ist, allen leidenden Wesen gleichzeitig zu helfen. In der linken Hand hält sie häufig einen weißen Lotus, in der rechten eine Gebetskette. Sie wird auch mit einer Flasche mit himmlischem Nektar in den Händen dargestellt. Im Lotus-Sutra werden 33 Erscheinungsformen genannt.Wer Avalokiteshvara bzw. Guanyin ist  und was seine bzw. ihre Tätigkeit ist, wird insbesondere in zwei Sutras beschrieben – ein Sutra gilt als eine Lehrrede Buddhas -, und zwar im 25. Kapitel des Lotus-Sutra sowie im letzten Teil des umfangreichen Avatamsaka-Sutra. (Nach dem Avatamsaka-Sutra ist alles nur Geist, Alles existiert in Einem und Eines in Allem.) Die Teile der beiden Sutras den Bodhisattva der Barmherzigkeit betreffend sollen im ersten Jahrhundert entstanden sein.  

Das Lotus-Sutra sagt, wer Guanyin ist und beschreibt ihre Tätigkeit 

Im Lotus-Sutra heißt es u.a.: „… Habt keine Furcht! Ihr müsst nur mit ganzem Herzen den Namen des Bodhisattva Avalokiteshvara (Namo Bodhisattva Avalokiteshvara; Verehrung dem Bodhisattva Avalokiteshvara!) anrufen. Denn dieser Bodhisattva, der es vermag furchtlos zu sein, überträgt dies auf die Menschen.“ Im weiteren Verlauf des Lotus-Sutra wird noch einmal die Fähigkeit dieses Bodhisattva angesprochen, Menschen, die in Gefahr schweben, furchtlos zu machen: „Dieser Bodhisattva Avalokiteshvara ist fähig, denen die in Angst sind und in drohender Gefahr schweben, Furchtlosigkeit zu verleihen. Deshalb nennen ihn alle in dieser Saha-Welt, den „Der Furchtlosigkeit verleiht“…“ Avalokiteshvara bzw. Guanyin macht aber nicht nur fuchtlos, sondern kann auch auf andere Weise helfen und aus Gefahren erretten, indem der Bodhisattva z.B. Kraft gibt und den ihn Anrufenden auffordert, bestimmte Dinge zu seiner Errettung zu unternehmen.  

Die Errettung des Mönches Xuanzang durch Guanyin

 

 

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Ein schönes Beispiel hierfür scheint mir die Errettung des Mönches Xuanzang vor dem Verdursten auf seinem Weg von China nach Indien. Xuanzang lebte im siebten Jahrhundert und war mit den in China vorhandenen Übersetzungen der buddhistischen Sutras höchst unzufrieden. Er litt darunter, dass ihm bestimmte Aussagen äußerst widersprüchlich erschienen. Eine Klärung schien ihm nur mit Hilfe der Originaltexte möglich. So machte er sich auf den Weg nach Indien. Da ihm der Kaiser die Reise verboten hatte, musste er an der Seidenstraße einen chinesischen Grenzposten umgehen. Dabei verirrte er sich in der Wüste. Sein Wasservorrat ging zu Ende und von Durst gequält, hatte er schließlich nicht mehr die Kraft, weiterzugehen. „Vier Nächte und fünf Tage lang netzte nicht ein Tropfen Wasser seine Kehle“, schreibt Rene´Grousset in seinem Buch „Die Reise nach Westen“, das sowohl auf einer Autobigraphie als auch einer Biographie des in China sehr berühmten Mönches beruht. „Ein verheerendes Feuer brannte in seinen Eingeweiden und um ein Haar wäre er umgekommen. Außerstande sich von der Stelle zu bewegen, legte er sich auf den Sand nieder und, obwohl vor Schwäche ermattet, rief er unablässig den Namen Avalokiteshvara an… So betete er mit unermüdlicher Inbrunst bis in die Mitte der fünften Nacht, als plötzlich eine köstliche Brise all seine Glieder durchfuhr und sie ebenso geschmeidig und munter machte, als hätte er sich in einem erfrischenden Wasser gebadet. Sogleich erlangten seine glanzlosen Augen ihr Sehvermögen wieder, und sein Pferd bekam die Kraft, sich selbst zu erheben. Auf solche Weise neu belebt, konnte er ein wenig Schlaf nehmen. Aber während er schlief, erblickte er im Traum einen riesigen Geist von mehreren chang Länge (1 chang = 3,33 m), der eine Lanze und Standarte haltend ihm mit einer furchtbaren Stimme zurief: „Warum schläfst  Du noch immer, anstatt mit Eifer auszuschreiten?“Aus dem Schlafe hochgeschreckt, machte sich der Meister des Gesetzes auf den Weg. Er hatte beinahe sechs Kilometer zurückgelegt, als sein Pferd auf einmal die Richtung änderte, ohne dass er es zurückhalten oder auf den ursprünglichen Weg zurückführen konnte. Während er sich so von dem Instinkt des Tieres leiten ließ, gewahrte er bald mehrere Tagewerk grünes Weideland, stieg ab und ließ das Pferd nach Belieben weiden. In der Nähe schimmerte ein Teich, dessen Wasser rein und klar wie ein Spiegel war…“ Xuanzang war gerettet. Er gelangte nach Indien und kehrte nach 17 Jahren mit zwanzig Pferden, 657 buddhistischen Texten und 150 Reliquien  nach Chang‘ an in China, dem heutigen Xian, zurück. Mit Genehmigung des Kaisers übersetzte er die buddhistischen Texte. Wie von dem bedeutenden zweiten Tang-Kaiser gewünscht, verfasste er auch einen  detaillierten Bericht über die Länder, die er durchquert hatte. Die Große Wildgans-Pagode wurde u.a. errichtet, um die von ihm mitgebrachten und übersetzten Sutras aufzubewahren. (Siehe Foto!) Zum Andenken an Xuanzang steht hinter der Pagode eine große Bronze-Skulptur des Mönches. 

Begegnung des Knaben Sudhana mit Guanyin  

Im letzten Teil des umfangreichen Avatamsaka-Sutra sucht der junge Mönch Sudhana, „der mit den guten Fähigkeiten“, 53 Lehrer auf, um von ihnen zu lernen, wie „der Bodhisattva die Werke des Bodhisattva aufrichtet und auf dem Weg des Bodhisattva forschreitet“. Seine Reise führt nach Süden, tatsächlich aber findet sie, wie sich am Schluss herausstellt,  nur in seinem Innern statt. Einer der Lehrer, den er aufsucht, ist Avalokiteshvara bzw. Guanshiyin. Als Sudhana den Bodhisattva auf dem westlichen Abhang des Berges des glänzenden Lichts erblickt hatte, wie dieser, umgeben von vielen Bodhisattvas, mit zusammengelegten Beinen überkreuz dasitzt, „sprang und hüpfte er voller Freude auf, so dass er sich nicht mehr bezähmen konnte… Der Knabe schritt laufend an Bodhisattva „Allschauend“ heran, feierte ihn, indem er sich verneigte, bis sein Kopf dessen Füße berührte, umkreiste ihn unendliche Male, betete zu ihm mit gefalteten Händen und trat auf die Seite. Der Knabe Sudhana sprach: „Großer Heiliger! Ich habe mich entschlossen, nach der obersten Weisheit zu streben. Aber ich weiß noch nicht, wie der Bodhisattva die Werke des Bodhisattva aufrichtet und auf dem Wege des Bodhisattva fortschreitet.“Bodhisattva „Allschauend“ sprach zu dem Knaben: Wunderbar! Wunderbar! Mein Lieber! Du hast dich entschlossen, nach der obersten Weisheit zu streben! Ich habe die „Lehre der großen Barmherzigkeit zusammen mit den Taten und Werken der Strahlung“ zu Ende gebracht. Ich lehre und vollende alle Lebewesen. Ich wohne  in der „Wohnung Buddhas“ und erscheine immer gern allen Lebewesen vor Augen. Bald errette ich sie durch Almosenpflege, bald durch die gemeinsame Arbeit. Bald lasse ich einen wunderbaren Leib hervortreten, bald strahle ich viele große Strahlungsnetze aus, um die dunklen Leidenschaften auszutreiben. Bald bringe ich wunderbare Stimmen hervor, bald predige ich mit Anmut und Würde. Bald erwecke ich mit göttlicher Kraft und geschickter Methode. Bald bringe ich Schein-Leiber hervor, besonders den Leib, der völlig dem des Lebewesens gleich ist, um so mit dem Lebewesen zusammenzuleben und es zu erretten. Mein Lieber! Wenn ich  die „Lehre der großen Barmherzigkeit zusammen mit den Taten und Werken der Strahlung“ ausübe, schwöre ich hoch und heilig das große Verlangen „Aufnahme aller Lebewesen“ zu erfüllen. Ich will die Lebewesen von allen Arten der Furcht befreien, als da sind: Die Furcht vor dem gefährlichen Wege. Die Furcht vor der fieberhaften Krankheit. Die Furcht vor der Torheit. Die Furcht vor der Gefangenschaft. Die Furcht vor dem Mord. Die Furcht vor der Armut, die Furcht vor der Lebensnot. Die Furcht vor dem Streit. Die Furcht vor der Menge. Die Furcht vor dem Tode. Die Furcht vor der Hölle.  Die Furcht vor dem Schicksal. Die Furcht vor dem Widerstand. Die Furcht vor Liebe und Hass. Die Furcht vor allen Bösen. Die Furcht vor der Verfolgung. Die Furcht vor der geistigen Verfolgung. Die Furcht vor der Trübsal. Mein Lieber! Ich bringe die „Lehre der andächtigen Besonnenheit“ namens „Lehre der Worte und Symbole“ hervor und lasse dadurch so viele Leiber wie die sämtlichen Lebewesen hervortreten, um mit geschickten Methoden alle die verschiedenen Arten der Furcht zu vernichten und die Lebewesen durch die Predigt und Überredung im Streben nach der obersten Wahrheit unerschütterlich zu machen….“Das ist das, was der Bodhisattva von sich sagt und was der Knabe Sudhana von ihm lernen kann. Avalokiteshvara bzw. Guanyin schickt Sudhana dann weiter zu dem Bodhisattva „Überall Gehend“ damit er von diesem als nächstem unterwiesen wird. Ist Guanyin nur eine Idee oder kann sie sich als Person und Energie manifestieren! Materialistisch eingestellte Menschen behaupten, Guanyin sei nichts weiter als so etwas wie eine Idee, nämlich das als Wesenheit gedachte Mitleid der Menschen. Mitleid ist jedoch wie Aggression eine Energie bzw. ein Energiefeld, in dem konkrete feinstoffliche Wesenheiten existieren. Dies ist eine der grundlegenden Erfahrungen des Autors dieses Weblogs. Buddhisten vertreten ebenfalls die Auffassung, dass Guanyin Gestalt annehmen kann. Dies soll in dem sogenannten Samboghakaya geschehen. In der Form dieses „Körpers der Freude“ sollen sich alle Buddhas und Bodhisattvas zeigen, um zu lehren. Deshalb ist auch für diese Buddhisten Guanyin nicht nur eine Idee, sondern fähig, sich als eine konkrete Person (und Energie) zu manifestieren. Wie lässt sich erfahren, dass Guanyin als konkrete Person bzw. als die Energie der Barmherzigkeit in Erscheinung tritt?  

Erfahrungen des China-Reisenden John Blofeld mit Guanshiyin:

 

 

 

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Der Engländer John Blofeld, der vor der Kulturrevolution mehrfach China bereiste, beschreibt in seinem Buch „Bodhisattva of Compassion“ seine Erfahrungen mit Orten der Verehrung von Guanyin, die nahelegen, dass Guanyin sich als eine konkrete Person bzw. Energie manifestiert:“Now and then, when left to my own devices in some house where I was a guest, I would be struck by a sudden intimation of Guanyin’s presence and know without looking that, behind a screen or in some recess of corner partly concealed from the rest of the room, stood a shrine to her. Perhaps it would prove to be a trifling affair – just a foot-wide altar-shelf or a glass and black-wood cabinet no larger than a fair-sized tea caddy containing a small statue of her in snowy porcelain, a miniature incense-burner, a pair of tiny candlesticks and a couple of little flower-vases to match, flowers and a few pretty trifles reminiscent of the sea such as ornaments of pearl or corals. Even if smoke were still arising from an incense stick lit for morning or evening devotions, I would know that that was not the reason for my apprehension of her presence, since house shrines contain a likeness of any one of Chinas’s innumerable deities and yet arouse no sense of brooding presence.  At times the experience would be so powerful that, had she suddenly materialized, I would have deemed that almost less miraculous than the fact of her actually being there and yet not palpable to my senses. This occured more than once during my visits to places known as „halls of virtue“ – a great feature of South China.” „Hin und wieder, wenn ich in einem Haus, in dem ich als Gast weilte, meinen eigenen Vorrichtungen überlassen war, hatte ich plötzlich eine Ahnung von Guanyins Präsenz. Ich wusste, ohne hinzusehen, dass hinter einem Schirm oder teilweise verdeckt in einer Ecke ein Schrein für sie vorhanden war, vielleicht nur ein Altar-Regal, ein Meter breit oder ein schwarzes Holzgehäuse nicht größer als ein Teewagen, das eine kleine Statue von ihr in schneeweißem Porzellan enthielt, ein Miniatur-Weihrauch-Brenner, ein Paar kleine Leuchter und ein paar kleine Blumenvasen, Blumen oder ein paar hübsche Kleinigkeiten, die an das Meer erinnern, wie Schmuck aus Perlen oder Korallen. Auch wenn Rauch von Räucherstäbchen für Morgen- oder Abend-Andachten noch in der Luft hing, wusste ich, dass dies nicht der Grund für meine Wahrnehmung ihrer Anwesenheit war, da Haus-Schreine auch ein Abbild einer anderen von Chinas unzähligen Gottheiten enthalten können, die mich keine Präsenz wahrnehmen ließen.
Mitunter war die Erfahrung der Gegenwart von Guanyin so mächtig, dass, hätte sie sich plötzlich materialisiert, ich dies als fast weniger wunderbar empfunden hätte als meine Gewissheit, dass sie wirklich anwesend war und doch nicht greifbar für meine Sinne. Dies geschah mehr als einmal während meiner Besuche an Orten, die „Hallen der Tugend“ genannt werden – ein tolles Feature von Süd-China…“ 

Erfahrungen des Autors mit Guanshiyin:

 

 

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Der Autor dieses Weblogs suchte auch selber herauszufinden, ob Guanyin nur eine Idee ist oder ob sie sich auch als Person und Energie manifestiert. Schon seit langem besitzt er eine kleine Guanyin-Statue. Vor ihr zündete er eine Kerze an und sagte: „Die ist für Dich, Guanyin!“ und weiter „Namo Guanshiyin Pu’sa!“ (Verehrung dem Bodhisattva Guayin!) Dieses Mantra wiederholte er viele Male. In dem Augenblick, in dem er, nachdem er die Kerze angezündet hatte, sagte: „Die ist für Dich, Guanyin!“ war Guanyin schon anwesend (in ihrem Samboghakaya, dem Körper der Freude). Der Autor untersuchte dann, wie sich die Geschwindigkeit, mit der sich seine (7) Chakren drehen, verändert hatte. Die Geschwindigkeit, mit der sich sein Herz-Chakra drehte, hatte sich verdoppelt, die Dreh-Geschwindigkeit der übrigen sechs Chakren aber war gleich geblieben. Der Autor erinnerte sich daran, dass es im lamaistischen Buddhismus, der vor allem in Tibet praktiziert wird, üblich ist, Buddhas und Bodhisattvas zu visualisieren und dann in den eigenen Körper hineinzubitten, sie also in sich aufzunehmen, zu inkorporieren, so wie Priesterinnen und andere in den Macumba-Kulten Süd- und Mittelamerikas dort verehrte Gottheiten in ihren Körper aufnehmen und ihnen eine Zeitlang ganz oder teilweise die Kontrolle über ihren Körper überlassen. Um zu sehen, was geschah, bat der Autor deshalb jetzt auch Guanyin, in seinen Körper hineinzugehen. Da sie keine Einwände zu haben schien, sog er sie durch sein Kopf-Chakra in seinen Körper hinein, so wie er das in Bezug auf andere Wesenheiten gelernt hatte, und ließ Guanyin ihn ganz ausfüllen. Was nun geschah, nachdem er Guanyin in seinen Körper hinein gebeten hatte, verblüffte ihn sehr: Die Dreh-Geschwindigkeit seines Herz-Chakras verzehnfachte sich nämlich, die Drehgeschwindigkeit der übrigen Chakren ebenfalls etwas, aber im Vergleich zu der des Herz-Chakras nur wenig. Da die lamaistischen Buddhisten nach einer solchen Inkorporation meditieren, also „keine Gedanken erheben und in der Leere gehen“, tat dies auch der Autor. Nachdem er in die Samadhi-Zustände eingetreten war, erschienen in seiner Aura feinstoffliche Skulpturen von Guanshiyin und er konnte er auch die beiden anderen Körper von Guanyin, von denen die Buddhisten sprechen, in sich wahrnehmen, den Dharmakaya und den Nirmanakaya. Diese beiden letzteren Körper erschienen ihm formlos. Je tiefer das Samadhi war, in das er eintrat, umso mehr erhöhte sich die Dreh-Geschwindigkeit des Herz-Chakras. Gleichzeitig erhöhte sich auch die Dreh-Geschwindigkeit der übrigen Chakren. Die des Herz-Chakras lag jedoch immer um etwa den Faktor 10 höher. Nach etwa zwanzig Minuten beendete er seine Meditation, bedankte sich bei Guanyin und verabschiedete sich von ihr. Er hatte in diesem Zeitraum deutlich mehr Energie angesammelt als bei seinen sonstigen Meditationen.

Indische Yogis behaupten, wenn das Chi im menschlichen Körper eine bestimmte relativ große Menge überschreitet, dann tritt Verjüngung ein. Der Autor ist der Auffassung, dass zumindest der Altersprozess verlangsamt wird.

Lamaistische Buddhisten sagen zur Inkorporation von Buddhas und Bodhisattvas Folgendes: „Sich als ein Buddha zu erleben, bedeutet die Buddha-Qualitäten zu erwecken.
Dazu gehören Mitgefühl, Geistesruhe, Furchtlosigkeit, Freude usw.“

Dem Autor wurde klar, dass er möglicherweise auf den Hauptgrund dafür gestoßen war, warum die Anhänger des lamaistischen Buddhismus anscheinend rascher als  andere, ausgenommen die Chan- bzw. Zen-Buddhisten,   spirituell vorankommen. Die seelische Verfassung des Autors hatte sich eigenartig verändert und dies hielt auch den ganzen Tag über an. Er war mitfühlender und freundlicher geworden, gegenüber den Menschen und Geistwesen und auch gegenüber den Pflanzen und sogar gegenüber den Insekten und auch Gegenständen. Die Welt erschien ihm wunderbarer und tiefer. Er war in enge Berührung mit dem Barmherzigkeits- und Liebes-Aspekt der Schöpfung gekommen. Die Aussage dass „Gott die Liebe ist“ schien ihm plötzlich richtig. Was er als schönstes Geschenk von Guanyin erhalten hatte, nahm der Autor allerdings erst später wahr. Bestimmte Ängste, die ihn beunruhigt hatten, waren verschwunden, wobei ihm nicht sofort bewusst war, dass es Guanyin war, welche diese Ängste aufgelöst hatte. Der Groschen fiel erst später. Guanyin hatte ihn furchtloser gemacht, obwohl er sie nicht wegen seiner Ängste angerufen hatte. Dies entsprach ihrem Gelöbnis, alle, die sie anrufen, von Furcht und Angst zu befreien. Selbstverständlich bedankte sich der Autor bei ihr dafür, dass sie alle Ängste von ihm genommen hatte.

 

 

 

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