Archive for August, 2009

Haikus und Tankas, Jotin, 31.08. bis 20.09.09: Das wahre Glück des Menschen liegt in der Harmonie der Seele – die bedeutendste der Wandlungen, die „Umkehr“ ist die von der Unreinheit zur Reinheit, von der Disharmonie zur Harmonie!

Sonntag, August 30th, 2009

Bild “Wandlung” von Christine Lehmann

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Bild „Wandlung“ von Christine Lehmann, 8 – 2009 (siehe auch christine lehmanns bilder-gallerie! (christinelehmann.eu))

Dem Bild liegt das chinesische Schriftzeichen für Wandlung zugrunde. Das Schriftzeichen für Wandlung hat sich aus der Darstellung zweier Menschen entwickelt, der eine aufrecht stehend, der andere mit dem

Kopf zz-zwei-menschen-ok.jpgnach unten weisend:

Diese beiden Menschen, die sich in unterschiedliche Richtungen bewegen, bedeuten „verändern“. Später wurde die Bedeutung auf „erschaffen“ (aus der Schöpfernatur entstehen alle Dinge in der Welt), „sterben“ und „schmelzen“ erweitert. (Nach Li Leyi: Entwicklung der chinesischen Schrift…, Verlag der Hochschule für Sprache und Kultur Beijing, 2001, S. 136)

In dem Bild von Christine Lehmann sind die beiden Menschen zwischen zwei Kreuzen ausgespannt: dem liegenden Kreuz unten (Malzeichen) und dem aufgerichteten Kreuz oben. Das Malzeichen ist der letzte Buchstabe des hebräischen Alphabets. Nur bis dahin kann die materielle Welt beschrieben werden. Das aufgerichtete Kreuz oben überwindet diese Beschränkung und ist auf einer höheren Ebene frei. Auch die aufrecht stehende Figur schwebt empor, während die andere wie das liegende Kreuz mit dem Kopf nach unten in der festen Materie steckt. Die feste Materie hat hier die Form des drei-zackigen Bergmassivs.

Es bestehen Gemeinsamkeiten zwischen dem Bild „Wandlung“ von Christine Lehmann und dem I-Ging, das ja das Buch der Wandlungen ist. Insbesondere die Bedeutung des Kreuzes im I-Ging, wie sie weiter unten erläutert wird, entspricht der des aufrecht stehenden Kreuzes in dem Bild von Christine Lehmann. Es gibt viele Arten von Wandlung, die bedeutendste Art der Wandlung, die „Umkehr“, ist diejenige von Unreinheit zur Reinheit, von Disharmonie zur Harmonie.

Die feinstofflichen Energien des Bildes „Wandlung“ von Christine Lehmann entsprechen den Energien folgender I-Ging Hexagramme: Am stärksten ist die Energie des

I-Ging Hexagramms Nr. 24) WIEDERKEHR mit der Walter-Niesel-Affirmation ICH ERNEUERE DEN NATÜRLICHEN FLUSS MEINES LEBENS, an zweiter Stelle steht diejenige des

I-Ging Hexagramms Nr. 15) MÄSSIGUNG mit der Walter-Niesel-Affirmation ICH GLEICHE DIE KRÄFTE DES LEBENS AUS.

(Was zu wenig ist, wird hinzu gefügt, was zu viel ist weg genommen.)

An dritter Stelle schließlich steht die Energie des

 

I-Ging-Hexagramms Nr. 16) EINKLANG mit der Walter-Niesel-Affirmation ICH WACHSE IM EINKLANG MIT DEN KOSMISCHEN KRÄFTEN.

Das Bild „Wandlung“ von Christine Lehmann spricht hiernach von einer Wandlung zum Besseren, denn Hexagramm 24, dessen Energie die Haupt-Energie in dem Bild darstellt, steht für das Ende des Winters, in dem sich, noch verborgen in der Erde, bereits neues Leben entfaltet. Das auf Hexagramm 24 folgende Hexagramm 25 steht für das Frühlings-Erwachen (im zweiten Jahr).

Das Bild „Wandlung“ ist auch ein religiöses Bild. Es besitzt die gleiche Ausstrahlung, wie sie auch bedeutende religiöse Bilder aufweisen. Seine Betrachtung sollte eine Wandlung zum Besseren fördern!

 

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Das Kreuz im I-Ging!

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Das wahre Glück des Menschen liegt in der Harmonie der Seele – die bedeutendste der Wandlungen, die „Umkehr“ ist die von der Unreinheit zur Reinheit, von der Disharmonie zur Harmonie!

Wann ist ein Mensch glücklich? Hierauf gibt es viele verschiedene Antworten. Eine davon lautet z.B.: “Wenn ich mit der Person zusammen bin, nach der ich mich sehne, weil ich sie liebe“. Dieses Glück kennen die meisten Menschen. Eine andere Antwort lautet: „Wenn ich durch die freie Natur streife“. Dieses Glück kennen auch viele Menschen. Eine Antwort mittelalterlicher Gelehrter war, dass ein Mensch dann glücklich ist, wenn er in Übereinstimmung mit den Neigungen und Zielen seines persönlichen Schutzgeistes lebt. Diese Auffassung dürfte ebenfalls auf Erfahrung beruhen.

Viele Arten des glücklich seins haben eines gemeinsam: Wenn ein Mensch sich glücklich fühlt, so ist er zumindest vorübergehend weniger seelischen Belastungen und Konflikten ausgesetzt. Frei sein von seelischen Konflikten und Belastungen ist aber seelische Reinheit. Seelische Reinheit scheint dem Autor die wichtigste Voraussetzung für dauerhaftes Glück zu sein. Seelische Reinheit allein reicht aber nicht aus. Es muss noch etwas anderes hinzu kommen, nämlich seelische Harmonie. Seelische Harmonie stellt sich anscheinend wie von selber ein, wenn ein Mensch ein gewisses Maß an seelischer Reinheit erlangt hat.

Bei einem längeren Inipi-Ritual (Schwitzhütten-Ritual) mit dem Sioux-Medizinmann Lame Deer erlangten die Teilnehmern nach und nach zuerst bis zu einem gewissen Grad seelische Reinheit und erst gegen Ende des Rituals fand der Autor bei  einigen Teilnehmern auch ein gewisses Maß an Harmonie. Reinheit und Harmonie wurden bei dem Ritual mit Hilfe hochrangiger jenseitiger Wesenheiten erlangt, die von dem Medizinmann angerufen wurden. Rituale, auch die christlichen und diejenigen der japanischen Shinto-Religion, haben eine wichtige Funktion. Sie holen die Kraft jenseitiger Wesenheiten auf die Erde herab.

Die durch das Inipi-Ritual erlangte seelische Reinheit und Harmonie gingen, soweit der Autor dies feststellen konnte, im Verlaufe von ein, zwei Wochen wieder verloren.

Der Zusammenhang zwischen Reinheit und Harmonie bzw. Glück ist dem Volksglauben bezüglich des nachtodlichen Schicksals des Menschen nicht fremd: Erst wenn ein Verstorbener Reinheit erlangt hat, gelangt er in die himmlische Harmonie bzw. Seligkeit.

Harmonie wird in einem Lexikon folgendermaßen definiert: Harmonie ist das gute Zusammenfügen der Teile zu einem Ganzen.

Man kann ein Gefühl für Reinheit und Harmonie bei sich und auch bei anderen entwickeln.

Die große Bedeutung von Reinheit und Harmonie (für das Glück der Menschen) war im Alten China bekannt. Dies geht u.a. daraus hervor, dass die Gebäude des Kaisers und der Kaiserin auf der Nord-Süd-Achse der Verbotenen Stadt in Peking als Paläste bzw. Hallen der Reinheit sowie der Mittleren und Höchsten Harmonie bezeichnet wurden. Es gibt auch ein Tor der Reinheit sowie ein Tor der Harmonie.

Die Nord-Süd-Achse verband in der Verbotenen Stadt in Peking den im Süden liegenden Himmels-Altar mit dem im Norden liegenden Erd-Altar, die Ost-West-Achse den im Osten liegenden Sonnen-Altar mit dem im Westen liegenden Mond-Altar. Von den vier Altären ist heute nur noch der Opfer-Altar im Himmelstempel im Süden der Hauptstadt vorhanden. Die anderen drei Altäre wurden nach dem Ende der Qing Dynastie 1911 umfunktioniert.

Wenn die acht heiligen Trigramme, welche dem I-Ging zugrunde liegen, auf dem „Kreis des ursprünglichen Himmels“ angeordnet werden, so liegt im Süden (oben) das Trigramm Himmel, im Norden (unten) das Tigramm Erde, im Osten (links) das Trigramm Feuer (Sonnen-Feuer) und im Westen (rechts) das Trigramm Wasser (Wasser wurde mit dem Mond in Verbindung gebracht).

Bei einem Vergleich stellt sich heraus, dass die rituelle Struktur der Verbotenen Stadt in Peking der Anordnung der acht heiligen Trigramme des I-Ging auf dem Kreis des frühen Himmels entspricht.

 

Im I-Ging lassen sich Hexagramm-Paare der Reinheit sowie Hexagramm-Paare der Harmonie definieren (siehe „Das Dreifaltige Himmelszelt im Entschlüsselten I-Ging“) Man erhält viele Hexagramm-Paare der Reinheit bzw. Harmonie, jedoch nur zwei Hexagramm-Paare sowohl höchster Reinheit als auch höchster Harmonie. Es ist dies das Hexagramm-Paar 11/12 für Verbindung zwischen Himmel und Erde, Mensch und Gottheit, sowie das Hexagramm-Paar 63/64 für die Verbindung zwischen Wasser und Feuer, Sonne und Mond, Instinkt und Geist. Hexagramm 63 trägt den Titel NACH DER VOLLENDUNG, Hexagramm 64 den Titel VOR DER VOLLENDUNG. Wenn man die beiden Hexagramm-Paare 11/12 sowie 63/64 im Kreis des ursprünglichen Himmels graphisch darstellt, so erhält man ein Kreuz. Dieses Kreuz erinnert die Menschen daran, mit Hilfe des Himmels Vollendung anzustreben. Wie das Kreuz im I-Ging bedeutet wahre Vollendung dabei sowohl höchste Reinheit als auch höchste Harmonie.

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Taufbrunnen aus dem 13. Jahrh. Altenkirchen/Rügen

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 Buddha in einem Verkaufsraum!

Wandlung durch Meditation 

 

Einer der Wege, Reinheit und Harmonie zu verwirklichen, besteht in regelmäßiger „richtiger“ Meditation. Richtige Meditation setzt ein spirituelles Wachstum in Kraft, bei der eine Transformation stattfindet, die den Menschen verwandelt und ihn mit einem höheren Bewusstsein ausstattet. Dieses höhere Bewusstsein wurde im Alten China auch als Himmelslicht bezeichnet. Eine Voraussetzung richtiger Meditation ist die Unterbrechung des Gedankenstroms, außerdem muss sich das höhere Selbst an der Meditation beteiligen. Es geht bei der Meditation um ein Verhalten, das man kaum jemand mit Hilfe von Worten allein erklären kann. Am ehesten erlernt man es durch (unbewusste) Nachahmung eines Lehrers einer bewährten Tradition, wie z.B. der des Zen-Buddhismus. Vor allem muss das schlussfolgernde und unterscheidende Denken überwunden werden, für westliche Intellektuelle in eigener Regie anscheinend fast unmöglich. Für die Ratio ist das Dao bzw. die große Leere absolut unzugänglich. Es kommt aber darauf an, dorthin zu gelangen, um aus dieser Quelle  zu schöpfen. Wenn während der Meditation Gedanken auftauchen, so sind sie beiseite zu schieben. Die Gedanken, die kommen und gehen, berühren dann nach und nach nur noch schattenhaft die Oberfläche des Bewusstseins, bis der Gedankenstrom in tiefer Meditation schließlich ganz verschwindet. Das Dao bzw. die große Leere ist voller Chi. Man gelangt dort hin, wenn in tiefer Versenkung der Gedankenstrom bei höchster Wachheit versiegt. Dann wird dort feinstoffliche Kraft Chi für ein spirituelles Wachstum geschöpft. Die „Einübung“ von Altruismus, von der in bestimmten Richtungen des Buddhismus mitunter die Rede ist, ist demgegenüber zweitrangig. Ein spirituelles Wachstum beinhaltet auch die Entfaltung der Liebe zu allen Mitgeschöpfen, ohne dass eine spezielle „Einübung“ vorgenommen wird. Und man muss auch nicht seine Gedanken analysieren, um sie als „Geplapper“ zu entlarven. Gedanken-Analyse, Tätigkeit der Ratio, verhindert spirituelles Wachstum. Auf diese Weise lässt sich kein Chi für ein spirituelles Wachstum ansammeln. Dies zeigen alle Beobachtungen des Autors und ist auch im Zen-Buddhismus bekannt.

Was während der Meditation geschieht, liegt völlig außerhalb unserer Alltags-Erfahrungen und kann von daher nicht erschlossen werden. Der richtig Meditierende gelangt auf eine höhere Seins-Stufe, auf der er außergewöhnliche Fähigkeiten, Kräfte und Einsichten erlangt. Er wird auf eine Weise transformiert, die von unserer Alltags-Erfahrung her unmöglich erscheint.

Um richtig zu meditieren, kann ein Mantra helfen. Mantras, in denen ein Name Gottes vorkommtm sind dabei besonders hilfreich. In den Namen Gotte liegt eine große Kraft.

In dem chinesischen Weisheitsbuch: „Die Erfahrung der Goldenen Blüte“, Scherz-Verlag, München, 1972 wird die Wichtigkeit der Überwindung des schlussfolgernden und unterscheidenden Denkens folgendermaßen begründet:

„Sowie das Denken einsetzt, wird das Licht zum Bewusstsein. Schaltet man das Denken aus, so wird es zum Reinen Licht. Der Unterschied mag so winzig sein wie die Spitze eines Haars, er ist Tausende von Meilen weit. Dies sollte man sich klar machen.“

In dem Buch „Die Erfahrung der Goldenen Blüte“ heißt es auch:

„In der Stille finden Geist und Gefühl zu tiefer und bleibender Heiterkeit und Fröhlichkeit, als wären sie berauscht und neu gebadet. Dies bedeutet, dass der ganze Körper von Yang und Harmonie erfüllt ist wie ein heller Frühlingstag…“ 

Wandlung in der Natur:

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Bronzenes Reh in der Gruga/Essen

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Stoppelfeld m. Krähen und Tauben!

Haikus und Tankas, Jotin. 10. bis 30. August: Von der großen Bedeutung der seelischen Reinheit für das Schicksal des Menschen!

Samstag, August 8th, 2009

Von der großen Bedeutung der seelischen Reinheit für das Schicksal des Menschen!

Die seelische Reinheit und der Prozess, der dort hinführt, die Selbst-Reinigung, im Englischen Self Purification, ist für das Schicksal eines Menschen, sein irdisches wie sein „nachtodliches“, von nicht geringer Bedeutung. Sie ist eine Voraussetzung für die Gesundheit des Körpers und der Seele, für die Weiterentwicklung der Seele und damit auch für ihren Aufstieg.

Was ist seelische Reinheit?

Seelische Reinheit ist als erstes das Freisein von im Unbewussten  gespeicherten Belastungen wie Schuldgefühlen über moralische Verfehlungen oder nicht verarbeiteten schweren Erlebnissen. Diese reichern sich im Laufe eines Lebens in der Seele an, können aber auch aus vorhergehenden Leben stammen. Sie sind in der Aura-Hülle eines Menschen mit dem Zeitpunkt ihrer Entstehung gespeichert und können dort „gesehen“ oder mit radiästhetischen Methoden abgelesen werden. Je länger sie zeitlich zurückliegen, um so weiter außen sind sie in der Aura zu finden. Man kann den einzelnen Belastungen wie auch der Gesamt-Belastung einen Wert zuordnen. Wenn diese Werte eine bestimmte Grenze überschreiten, so verursachen die im Unbewussten gespeicherten seelischen Belastungen Krankheiten. Voraussetzung für die Heilung von diesen Krankheiten ist die Verringerung der seelischen Belastungen durch Selbst-Reinigung, wie sie auf unterschiedliche Weise vorgenommen werden kann.

Zur seelischen Reinheit zählt auch das Freisein von Wesenheiten, wie sie mit Krankheiten verbunden sind. Diese Wesenheiten zweigen einen Teil der für ein gesundes Leben notwendigen feinstofflichen Energien für sich ab. Wesenheiten, die mit schweren Krankheiten wie z.B. Krebs und Aids verknüpft sind, zehren allem Anschein nach sogar völlig die feinstofflichen Energien im Menschen auf. Jedenfalls wird das feinstoffliche Energie-Niveau von Menschen mit diesen Krankheiten als gleich Null erfahren. In dem Augenblick, in dem diese Wesenheiten aus dem Körper des Erkrankten hinaus geworfen werden, schnellt sein feinstoffliches Energie-Niveau wieder empor. Dabei scheint es sich um die durch die Chakren aufgenommenen feinstofflichen Energien zu handeln. Zu erwähnen ist, dass Krankheiten mitunter auch einen positiven Aspekt haben, indem sie die Anhaftung des Menschen an das Materielle verringern und ihn dazu veranlassen, ein bewussteres Leben zu führen.

Zur seelischen Reinheit zählt nicht zuletzt das Freisein von einer zu starken Anhaftung an das physische Leben auf der Erde bzw. das an das Materielle. Ein zu starkes Anhaften an das Materielle ist ein Hindernis für ein unbeschwertes Leben und wirkt sich hemmend aus, wenn es um die spirituelle Entwicklung und das nachtodliche Schicksal eines Menschen geht. Eine zu starke Hochschätzung des Materiellen, von Geld und Besitz z.B., kann leicht zu Verstößen gegen die Moralgesetze führen. Wenn dann noch der Glaube hinzu kommt, dass es nur dieses Leben auf der Erde hier gäbe und mit dem Tod alles vorbei sei, dann wird man leicht dazu verführt, alles zu tun, von dem man annimmt, dass es für ein angenehmes Leben hier von Nutzen sei, solange man dafür nicht von den weltlichen Gerichten zur Rechenschaft gezogen wird. Dass Verstöße gegen das Moralgesetz auch von einer Instanz in uns geahndet werden, erfährt man erst, nachdem man schon falsch gehandelt hat.

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Der Fliegende Holländer! 

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Von der Reinheit des Himmels:

Alte Schriften der Chinesen behaupten, dass der Himmel „rein“ sei. Gemeint ist nicht der physische Himmel, sondern der Himmel im übertragenen Sinn als Wohnstätte Gottes, der Engel und der Verstorbenen, sofern sich letztere nicht (vorübergehend) noch woanders aufhalten oder festgehalten werden. In Kapitel 39 des Daodejing, dieses im 5. Jahrh. v. Chr. entstandenen, am häufigsten übersetzten Weisheitsbuches heißt es:„Durch das das Eine (das Dao) erlangt der Himmel Reinheit…“, in Kapitel 21 dieses Buches desweiteren:„Der Weg (das Dao) birgt in sich die Reinheit.“ und in Kapitel 45 schließlich:
„Die Reinheit ist das Richtmaß der Welt.“

Die höchsten daoistischen Gottheiten des Himmels sind denn auch die Drei Reinen, die bereits vor der Zeitenwende verehrt wurden. Nach dem Daodejing ist das Dao das Urprinzip des Seienden, das alle Dinge durchdringt und ständig wirkt. „Das Dao liebt und nährt alle Dinge, ohne sich zum Herren über sie zu erheben.“

Was ist mit der Reinheit des Himmels im alten China gemeint? Einer Antwort auf diese Frage kommt man näher, wenn man liest, was die alten Chinesen unter Reinheit verstanden:Nach daoistischer und auch buddhistischer Auffassung liegt diese Eigenschaft beim Menschen dann vor, „…wenn er sein Herz wie einen Spiegel benutzt und den Dingen weder nach-, noch ihnen entgegen geht; er reflektiert, aber er bewahrt nicht auf…“ Gemäß Zhuangzi (350 bis 275 v. Chr.), dieses bedeutenden daoistischen  Philosophen und Dichters, ist dies eine Eigenschaft des höchsten Menschen. Indem er sich so verhält, „vermag er die Dinge zu besiegen, ohne sie zu verletzen“. „Außerdem bleibt sein Herz rein und wird nicht von den Dingen der Welt befleckt“, wie auch gesagt wurde.Der chinesische Mönch Han Shan, der im 16. Jahrhundert lebte und das Weisheitsbuch Daodejing kommentiert hat, äußert sich in seinen Dharma-Reden folgendermaßen hierzu:„Das Eintreten in den Weg (das Dao) ist das Erwachen zum Wesen des Bewusstseins. Es ist… rein.„Wenn man zu diesem Bewusstsein erwacht ist, dann sind… alle Bereiche wie Bilder vor einem Spiegel. Was kommt, bleibt nicht haften, was geht, hinterlässt keine Spuren.“ 

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Das Dreifaltige Himmelszelt im Entschlüsselten I-Ging!

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Erfahrungen, welche der Auffassung von der Reinheit des Himmels zugrunde liegen:

Der Auffassung von der Reinheit des Himmels dürften unterschiedliche Erfahrungen zugrunde liegen, einmal die Erfahrung, dass man sich dem Göttlichen nur nähern kann, bei den Opferriten z.B., nachdem man sich durch Fasten, Enthaltsamkeit, rituelle Waschungen usw. gereinigt hat. Ungereinigt gelangt man nicht sehr nahe an das Göttliche heran.

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Fließendes Wasser aus der Hand eines Buddhas zur rituellen Reinigung von Händen und Mund vor dem Betreten eines heiligen Bezirkes!

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Rituelle Reinigung mit Rauch vor dem Betreten eines buddhistischen Tempels!

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Betende Frau in einem Shinto-Heiligtum!

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Desweiteren dürfte der Vorstellung von der Reinheit des Himmels die Erfahrung zugrunde liegen, dass Verstorbene erst dann in die himmlischen Sphären aufsteigen, nachdem sie „gereinigt“ sind.Der Sohar, das wohl bedeutendste Buch der Kabbala, enthält ein Kapitel über den Niedergang und Wiederaufstieg der menschlichen Seelen. In dem Abschnitt über den Niedergang weigert sich eine Seele, auf der Erde zu inkarnieren. Sie sagt:“…ich mag nicht in eine andere (Welt) gehen, wo sie mich knechten und ich unrein werde.“ Aber das Protestieren hilft ihr nichts. Es ist ihr bestimmt, auf der Erde zu inkarnieren. Über die Rückkehr in die himmlischen Sphären heißt es:„Und Er wird ersättigen mit Heiligkeit deine Seele! (Jesaia 58,11) – wenn sie nämlich geklärt und gereinigt wieder emporsteigt.“Und etwas ausführlicher gegen Ende des Kapitels:„Wenn dann die Seele aus dieser Welt aufsteigt, hell und rein und geläutert, dann lässt sie der Allheilige so vielen Lichtes teilhaftig werden jeden Tag…“

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Die Hallen des Lichtes vor der Merkaba!

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Die Textstellen aus dem Sohar über den Niedergang und Wiederaufstieg der menschlichen Seelen, beruhen vor allem auf der Erfahrung, dass der Aufstieg ins Licht nach dem Übergang auf die andere Seite nur möglich ist, nachdem die Seele gereinigt ist. Die Reinigung erfolgt mit Hilfe einer jenseitigen Wesenheit. Diese Wesenheit hat den Haupt-Anteil daran. Die Reinigung gelingt allerdings nicht immer vollständig und manchmal anscheinend so gut wie überhaupt nicht. Dann können die Seelen nicht weit aufsteigen oder bleiben auch in den dunklen Bereichen, aus denen sie dann wieder inkarnieren. (Der Autor durfte in diesem Zusammenhang eine grundlegende Erfahrung machen, die in seinem Lebensweg die „Umkehr“ bewirkte.)  

Wie hoch jemand aufsteigt, hängt von dem Grad seiner Reinheit sowie von seinen Verdiensten in seinem vergangenen sowie den davor liegenden Leben ab. Alte Seelen steigen in der Regel höher auf als junge. Das hängt u.a. einmal damit zusammen, dass sie mehr Gelegenheiten hatten, Verdienste anzusammeln, zum anderen aber auch damit, dass alte Seelen in der Regel weniger dem Materiellen verhaftet sind als junge. In den „Hallen des Lichtes nahe beim Thron des Allheiligen“ finden sich fast ausschließlich sehr alte Seelen mit sehr großen Verdiensten. Einige sehr alte Seelen finden sich allerdings auch in den dunklen Bereichen.

Es gibt noch weitere Dinge, die zu der Vorstellung geführt haben dürften, dass der Himmel rein sei. Das ist nicht zuletzt die Erfahrung des hellen Lichtes, in dem Verstorbene gesehen werden, nachdem sie gereinigt sind und aufsteigen sowie die Erfahrungen mit himmlischen Wesenheiten als hellen Lichtgestalten, die in großem Glanz erstrahlen.

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Kinder-Engel verkörpern die Reinheit des Himmels!

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Formen der Reinigung, die westlichen Menschen am ehesten zugängig sind:

Selbst-Reinigung ist u.a. möglich durch regelmäßige Yoga-, Tai Chi- oder Chi Gong-Übungen sowie durch Meditation. Wichtig ist, dass die genannten Übungen in einem meditativen Bewusstseins-Zustand durchgeführt werden. Dieser Zustand ist ähnlich wie bei der Vertiefung in ein Gebet. (Das höhere Selbst muss sich beteiligen.) Wenn die Übungen nicht in einem meditativen Bewusstseins-Zustand vorgenommen werden, sind sie nicht mehr als ein wenig Gymnastik. Werden sie richtig durchgeführt, z.B. mit Konzentration auf das Hara, diesen pulsierenden Punkt im Unterbauch, so entfalten sie eine große Wirkung. Es handelt sich dann um Meditation in der Bewegung, von der gesagt wurde, dass sie wirkungsvoller sei als die Sitz-Meditation. Eine der Wirkungen besteht darin, dass Blockaden aufgelöst werden und der Chi-Fluss im Körper wieder in Gang kommt. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die Heilung von vielen Krankheiten.

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Meditation in der Bewegung - Fegende Mönche reinigen auch ihre Seele!

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Meditierender Mönch in einem Zen-Tempel!

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Für Christen besteht eine wirkungsvolle Art der Selbst-Reinigung darin, an der heiligen Eucharistie-Feier teilzunehmen und die Kommunion zu empfangen. Die Weihung von Wein und Brot inmitten des emporziehenden Weihrauchs und dem feierlichen Läuten der Glocken bildet als das Heilige Sakrament der Eucharistie den Mittelpunkt der christlichen Lehre und Verehrung Gottes.

In den Gläubigen, die die Kommunion empfangen haben und im Gebet versunken in den Bänken knien, vollzieht sich eine Reinigung von seelischen Belastungen. Gleichzeitig tritt eine Harmonisierung ein. Die Reinigung und Harmonisierung nach dem Empfang der Kommunion wird von einem im Altar-Raum schwebenden Engel des Rituals, einem Christus-Engel, wenn man will, durchgeführt. Dieser verdunkelt sich bei der Reinigung vorübergehend.

In der Eucharistie-Feier wird zur Brechung des Eucharistie-Brotes „Agnus Dei – Lamm Gottes, das du hinweg nimmst die Sünden der Welt…“ gesungen und damit dieses Brot dem Leib Christi gleichgesetzt. Christus nimmt die Sünden der Welt auf sich, um uns mit Gott zu versöhnen, heißt es. Das aber ist genau das, was stattfindet: Die Christus-Kraft, welche der Kommunizierende in Form der Hostie aufnimmt, reinigt ihn von seinen seelischen Belastungen, zu denen insbesondere seine Schuld bzw. seine Sünden zählen.  

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Tabernakel mit geweihten Hostien - diese strahlen eine große Kraft aus!

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Vollmond mit Jupiter und Garten-Laternen im Aug. 2009!

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Vier Haikus!