Archive for Juli, 2009

Haikus und Tankas, Jotin, 20. Juli bis 09. August 2009: „Sich selber und dem Leben gut werden“, denn unser Leben im Ewigen ist das Zugleich von Allem, Gutem wie Bösem!

Sonntag, Juli 19th, 2009

„Sich selber und dem Leben gut werden“, denn unser Leben im Ewigen ist das Zugleich von Allem, Gutem wie Bösem!

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Vier-gesichtige Svantevit-Skulptur!

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Vier-gesichtige Svantevit-Skulptur eines heutigen Künstlers auf Kap Arkona, Rügen, wo sich die Tempelburg des slavischen Stammes der Ranen, die Jaromarsburg, befand, von der heute nur noch Erdwälle vorhanden sind (eigenes Foto).

In der Tempelburg wurde Svantevit verehrt (Svantevit von sventu = heilig, stark; vit = Sieger, Lichtgott, Seher). Svantevit war bei den Slaven das Oberhaupt aller anderen Götter. Seine Bedeutung entsprach der von Odin/Wodan bei den Germanen. Svantevit wurde der Überlieferung nach mit vier Gesichtern dargestellt. Er trug in der einen Hand ein Schwert und in der anderen ein Trinkhorn. Wer das Orakel des Svantevit in Anspruch nahm, machte dem Tempel ein kostbares Geschenk.

Der Höhepunkt des Svantevit-Kultes war das Erntefest. Die dann der Gottheit geopferten Tiere und anderen Nahrungsmittel wurden anschließend von der Kultgemeinschaft verzehrt. Sie hielt ein gemeinsames Mahl mit der Gottheit. Dabei wurde auch Alkohol getrunken. Wie der christliche Geschichtsschreiber überliefert, wurde es für einen Frevel gehalten, bei diesem heiligen Mahl nüchtern zu bleiben.

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Die beiden der Sonne zugewandten Gesichter der Slaven-Gottheit Svantevit auf Kap Arkona, Rügen

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Die beiden der Sonne zugewandten Gesichter der Slaven-Gottheit Svantevit auf Kap Arkona, Rügen (eigenes Foto)

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 Die beiden der Sonne abgewandten Gesichter der Slaven-Gottheit Svantevit auf Kap Arkona, Rügen

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Die beiden der Sonne abgewandten Gesichter der Slaven-Gottheit Svantevit auf Kap Arkona, Rügen (eigenes Foto)

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Mehr-gesichtige Gottheiten, insbesondere drei-gesichtige bzw. dreiköpfige, gibt es in vielen Kulturen. Es handelt sich dabei nicht um drei verschiedene Gottheiten, sondern die Drei-Gesichtigkeit ist das Symbol für eine bestimmte Gottes-Anschauung, wie diejenige, dass Gott Schöpfung und Erhaltung, aber auch Auflösung bewirkt (siehe das „Dreifaltige Himmelszelt im Entschlüsselten I-Ging“!) oder aber dass Gott der Ewige ist, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen fallen.

Bei einigen slavischen Stämmen wurde der dreiköpfige Triglav als oberste Gottheit verehrt. Triglav gibt Auskunft über den Ausgang einer bevorstehenden Schlacht mit Hilfe eines gold-geschmückten Pferdes, das Lanzen überschreiten muss.

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„Sich selber und dem Leben gut werden“, denn unser Leben im Ewigen ist das Zugleich von Allem, Gutem wie Bösem!

Nietzsches Philosophie enthält als zentralen Gedanken die Ewige Wiederkunft des Gleichen. Die ewige Wiederkunft des Gleichen bedeutet, dass sich alle Ereignisse im Leben eines Menschen immer wieder auf die gleiche Weise bis in alle Ewigkeit wiederholen sollen. Nietzsche hat diesen Gedanken in seinem Werk „Die fröhliche Wissenschaft“ auf folgende Weise beschrieben:

„Das größte Schwergewicht. – Wie, wenn dir eines Tages oder Nachts, ein Dämon in deine einsamste Einsamkeit nachschliche und dir sagte: „Dieses Leben, wie du es jetzt lebst und gelebt hast, wirst du noch einmal und noch unzählige Male leben müssen; und es wird nichts Neues daran sein, sondern jeder Schmerz und jede Lust und jeder Gedanke und Seufzer und alles unsäglich Kleine und Große deines Lebens muss dir wiederkommen, und Alles in der selben Reihe und Folge – und ebenso diese Spinne und dieses Mondlicht zwischen den Bäumen, und ebenso dieser Augenblick und ich selber. Die ewige Sanduhr des Daseins wird immer wieder umgedreht – und du mit ihr, Stäubchen vom Staube!“ – Würdest du dich nicht niederwerfen und mit den Zähnen knirschen und den Dämon verfluchen, der so redete? Oder hast du einmal einen ungeheuren Augenblick erlebt, wo du ihm antworten würdest: „du bist ein Gott und nie hörte ich Göttlicheres!“ Wenn jener Gedanke über dich Gewalt bekäme, er würde dich, wie du bist, verwandeln und vielleicht zermalmen; die Frage bei Allem und Jedem „willst du dies noch einmal und noch unzählige Male?“ würde als das größte Schwergewicht auf deinem Handeln liegen! Oder wie müsstest du dir selber und dem Leben gut werden, um nach Nichts mehr zu verlangen, als nach dieser letzten ewigen Bestätigung und Besiegelung?“

Der Autor war von diesem Gedanken der ewigen Wiederkunft vor allem in seiner Jugend so fasziniert, dass er den obigen Text auswendig lernte. Der Text ist übrigens auch ein Beispiel für Nietzsches Sprachgewalt. Der Autor glaubt nicht, dass es eine ewige Wiederkunft des Gleichen gibt, war jedoch immer der Auffassung, dass man sein Leben so leben soll, als ob diese kosmologische Hypothese richtig sei. Man handelt dann verantwortungsvoller und muss sich im Nachhinein nicht seiner Taten schämen.

Es ist zwar unwahrscheinlich, dass es die ewige Wiederkunft des Gleichen gibt, dem Autor scheint jedoch etwas anderes richtig zu sein, nämlich dass keine unserer Taten und Erlebnisse je verloren geht. Alle unsere Erfahrungen, gute wie schlechte, bleiben als Teil unserer Gesamt-Persönlichkeit erhalten. Das jetzige Selbst mit seinen Erfahrungen verbindet sich im Ewigen mit unserem permanenten Selbst. Unser Leben im Ewigen ist das Zugleich von allem, was wir je unternommen und erlebt haben und mit Einschränkung auch das Zugleich von allem, was wir in Zukunft noch unternehmen und erleben werden. Bei letzterem scheinen Abänderungen möglich zu sein. Wer sich klar macht, was dies bedeutet, wird automatisch danach streben, sich selber und seinem Leben gut zu werden. Sich selber und seinem Leben gut zu werden, bedeutet natürlich auch, die Mitgeschöpfe in sein bewussteres Leben ein zu beziehen. Allein sind wir nichts.

Abschied nehmen, von geliebten Menschen, von einer schönen Landschaft und auch vom Leben auf der Erde, ist weniger schmerzlich, wenn wir wissen, dass unsere Erlebnisse nicht verloren gehen. Wir werden sie in einem verklärten Licht wahrscheinlich schöner erleben, als wir es in unserem Körper aus Fleisch und Blut je vermochten.

Die „Erkenntnis“, dass unser Leben im Ewigen das „Zugleich von Allem“ ist, geht zurück auf den spätantiken christlichen Philosoph Anicius Manlius Severinus Boethius (ca. 475-524), die Tröstung der Philosophie. Nach Boethius ist DIE EWIGKEIT DER VOLLKOMMENE BESITZ DES GANZEN LEBENS. Ewigkeit ist nach Boethius nicht lediglich Unendlichkeit, (im Sinne einer zeitlichen Abfolge), sondern das Zugleich von Allem. Boethius schrieb sein Werk die Tröstung der Philosophie im Kerker vor seiner Hinrichtung, die aus politischen Gründen erfolgte.

Der Autor hält Boethius für einen „Erleuchteten einer hohen Ebene“. Eine Bestätigung für die Richtigkeit der Aussage, dass die Ewigkeit das Zugleich von Allem ist, sieht der Autor in der Existenz der Präkognition, also der Vorhersage eines Ereignisses oder Sachverhaltes aus der Zukunft, ohne dass hierfür rationales Wissen zum Zeitpunkt der Voraussicht zur Verfügung steht. Die Präkognition zählt zu den außersinnlichen Wahrnehmungen.

Der Autor hat in Träumen sowie aufgrund einer inneren Stimme häufiger zukünftige Ereignisse aus seinem Leben erfahren, einfache wie schwerwiegende, die auf keine Weise zum Zeitpunkt der Wahrnehmung rational erschlossen werden konnten. Manche dieser vorhergesehenen Ereignisse traten zum Teil erst viele Jahre später ein.

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   Der Svantevit-Stein - Grabstein eines Svantevit-Priesters von der Tempelburg Arkona auf Rügen mit dem Abbild der Slaven-Gottheit „Svantevit“ in der Pfarrkirche Altenkirchen!

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Pfarrkirche in Altenkirchen auf der Halbinsel Wittow (Land der Winde) ca. 7 km vor Kap Arkona, Rügen, als Backsteinkirche im romanischen Stil um 1200 auf einem Friedhof der heidnischen Ranen errichtet!

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Pfarrkirche in Altenkirchen auf der Halbinsel Wittow (Land der Winde) ca. 7 km vor Kap Arkona, Rügen, als Backsteinkirche im romanischen Stil um 1200 auf einem Friedhof der heidnischen Ranen errichtet (eigenes Foto).

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Das Schwein als Symbol des Teufels, Wandmalerei aus dem 12. bis 14. Jahrhundert in der Pfarrkirche Altenkirchen, Rügen

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Das Schwein als Symbol des Teufels, Wandmalerei aus dem 12. bis 14. Jahrhundert in der Pfarrkirche Altenkirchen, Rügen (eigenes Foto).

Im Mittelalter wurde der Teufel symbolisch als Schlange, Drache, Hund, Ziegenbock oder auch als Schwein dargestellt. Das Schwein läuft hier wiederborstig zum ursprünglichen Aus- und Eingang der Kirche.

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Dämonische Wesenheit in der Pfarrkirche Altenkirchen, Rügen!

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Männer-Gesicht mit Ziegenbockbart, Wandmalerei aus dem 12. bis 14. Jahrhundert in der Pfarrkirche Altenkirchen, Rügen (eigenes Foto). Der Mann soll den Geist des Widerspruchs gegen Gottes Wort und Willen verkörpern.

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Die Darstellung des Bösen in der Kirche dürfte bei den ehemals heidnischen Ranen insbesondere deshalb Anklang gefunden haben, weil die alte slavische Religion zwischen einem guten weißen und einem bösen schwarzen Gott unterschied. Der gute weiße Gott war der Geber und Spender. Auf Rügen war der böse schwarze Gott Rugievit. Zwischen dem Guten und Bösen fand ein Kampf statt.

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Hünengrab mit Elfen-Tanzplatz – Kultstätte vor Arkona aus uralter Zeit!

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Elfen-Tanzkreis, von Blumen umrahmt!

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Megalith- oder Hünen-Grab bei Nobbin vor Arkona, bestehend aus einer doppelten Steinreihe mit zwei Wächter-Steinen im Vordergrund!

Blick auf´s Meer!