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4.12.2007

Haikus und Tankas, Jotin, 04.12.07: …lässt das Ewige in meinem Herzen tanzen und singen!

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                  Madonna mit Jesuskind und Mutter Anna auf dem Annaberg bei Haltern in NRW  

Madonna mit Jesuskind und Mutter Anna auf dem Annaberg bei Haltern in Westfalen (eigenes Photo)

Der Annaberg ist ein Wallfahrtsort und Kultort seit vorchristlicher Zeit. Es gibt dort auf- und abladende Erdstrahlen und sogenannte Himmelfahrts-Plätze, an denen die Seele aus dem Körper nach oben gezogen wird. Auf dem Kreuzweg haben Kundige im 18. Jahrhundert Markierungen für die Nachwelt hinterlassen.                        

Lilien für die Gottes-Mutter, Radierung von Christine Lehmann

Lilien für die Gottes-Mutter, Radierung von Christine Lehmann, Nov. 2007

549

Überird´scher Glanz

weißer Lilien, Blumen

der Gottes-Mutter!

550

Weiße Lilien -

Symbol von Königen und

der reinen Herzen!

551

Als der Geistliche

die goldblitzende Monstranz

hebt, lässt sein Segen

das Ewige in meinem

Herzen tanzen und singen!

552

Himmel und Erde

sind meine Eltern, alle

Geschöpfe Brüder!

553

Die Burg-Kapelle

strebt nur noch mit einer Wand

gen Himmel, doch ihr

Ort des Allerheiligsten

“singt” weiter Gott versunken!

3.12.2007

Haikus und Tankas, Jotin, 03.12.07: Nacht kriecht aus langen Schatten…

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Landschaft im Hochsauerland

Landschaft im Hochsauerland

544

Wir nehmen heut´teil

am Gottesdienst der Mönche,

singen und beten!

545

Stürmische Winde

peitschen mir Regentropfen 

waag´recht ins Gesicht!

546

Sonne nebelblass;

Nacht kriecht aus langen Schatten;

Dunkelheit kommt früh.

Die gelben Fenster-Lichter

spenden Menschen-Herzen Trost!

547

Die Birken-Deva

erschien mir heut´Nacht im Traum;

ihr Gesicht war braun

wie ihre letzten Blätter.

Der Herbst macht dem Winter Platz!

548

Unser Geist kann in

alle Dinge eintreten

und dort auch wirken!

1.12.2007

Haikus und Tankas, Jotin, 01. und 02.12.07: Geflügelt und mit Blitzen gegürtet,…

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 Kalligraphie “ten” von Christine Lehmann, 2002

Kalligraphie “ten” von Christine Lehmann, 2002

Seit Entstehung der Streitenden Reiche wird in China die Zahl 10 durch ein Kreuz dargestellt. Ursprünglich war die Zehn ein senkrechter Strich. Die Zahl 1 wird seit eh und je durch einen waagrechten Strich dargestellt. Die alte Zehn und die Eins wurden zur heutigen Zehn.

“… ist die Zahl 10 Ausdruck einer qualitativen Eigenschaft”, schreibt Dominique Hertzer (Das Mawangdui Jijing, S. 104, Diederichs Gelbe Reihe, 1996), “sie verkörpert eine in sich abgeschlossene vollkommene Zeiteinheit. Die Zehn ist Symbol der Vollendung selbst, denn der horizontale Strich repräsentiert die Ost-West Verbindung, der vertikale  die von Nord nach Süd, so dass sie gemeinsam die vier Richtungen umfassen und sich in ihrer Mitte das Zentrum befindet.”

                                Kreuz im I-Ging         

Aus “Das Dreifaltige Himmelszelt im Entschlüsselten I-Ging” von Wilhelm Josef Giebel, 2007

Wie aus Kap. 2.3 des genannten Buches hervorgeht, ist die Zehn in mehrfacher Hinsicht ein Ordnungsprinzip der 64 Hexagramme des I-Ging.

Wie weiter gezeigt wird, stellen die Hexagramm alte chinesische Sternbilder und Symbole dar. Das bedeutendste dieser Symbole ist das Kreuz, denn es wird von den beiden Hexagramm-Paaren sowohl größter Harmonie als auch größter Reinheit gebildet, von denen es nur diese beiden gibt. Ihre Ordnungszahlen und Bezeichnungen gehen aus der Abbildung hervor. Desweiteren auch die Trigramme, aus denen sie sich zusammensetzen. In der Senkrechten verbinden sich (die Trigramme) Himmel und Erde, in der Waagerechten Wasser und Feuer. Sie begegnen sich im Zentrum des Kreuzes und Himmel und Erde bringen mit Hilfe von Feuer und Wasser die übrigen vier Trigramme und die Myriaden von Dingen hervor. Ein christliches Symbol wurde das Kreuz erst später.

Die Vertikale im I-Ging Kreuz verbindet Himmel und Erde. Engel steigen in Glanz gehüllt vom Himmel zur Erde nieder. Aus welcher Naturerscheinung könnte das Kreuz als Symbol für die Verbindung zwischen Himmel und Erde hervorgegangen sein?

                                              Shen, das chinesische Zeichen für Blitz und Gott

                                    Shen, das Zeichen für Gott und Blitz

In dem Schriftzeichen Shen  für Gott geht der senkrechte Balken des Kreuzes über die obere und untere Begrenzung des Quadrates hinaus. (Wenn das Kreuz auf das Quadrat beschränkt ist, bedeutet es in der Orakelknochen-Schrift “Wohnort der Menschheit”.) Das Schriftzeichen oben ist das Stammwort von Blitz. In seiner ursprünglichen Form sah das Zeichen wie ein Blitzstrahl aus, der vom Himmel niederzuckt. Da der Blitz in der Urzeit als Erscheinen eines Gottes betrachtet wurde, gebrauchte man das Zeichen oft auch für Gott. (Nach Li Leyi: Entwicklung der chinesischen Schrift am Beispiel von 500 Schriftzeichen, Verlag der Hochschule für Sprache und Kultur Beijing, 2001)

Das Kreuz im I-Ging kann also als Zeichen aufgefaßt werden, das aus dem Blitz hervorgegangen ist:

                                  Blitz als Zeichen für Geist und Gott       

                                Ist der Blitz Vorbild für das Kreuz im I-Ging?

Bei den Germanen war das Taukreuz der Hammer Thors und stand tatsächlich auch für Donner und Blitz, desweiteren auch für Regen und Sturm sowie Fruchtbarkeit.

540

Mit blendendem Glanz

vom Himmel zuckender Blitz

hat dich, Kreuz, gebor´n!

541

Das Kreuz verbindet

Himmel und Erde, Sonne

und Mond, harmonisch

und rein, in Frieden und auch

Unfrieden zur Vollendung.

I

Tanka aus dem oben genannten Buch

542

Geflügelt und mit

Blitzen gegürtet - Engel,

Boten des Ew´gen.

543

Licht flammt geräuschlos

am dunklen Nachthimmel auf,

wieder und wieder!

544

Geräuschlos flammen

Blitze am Horizont auf.

erhellen die Nacht!

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