
Zwei Pferde auf der Weide mit Hüter-Geist; die Position des Hüter-Geistes ist durch einen Lichtpunkt gekennzeichnet. Wer “fühlig” ist, kann die Position bestätigen.
Wer Fühligkeit erlernen möchte, kann mit der Hand oder dem Finger über den Lichtpunkt fahren und den Unterschied zur Umgebung zu fühlen versuchen. Er muß sich dabei auf Hüter-Geist einstimmen. Man spürt ein Vibrieren oder Kribbeln im Finger bzw. der Hand wenn man in das Energiefeld des Hüter-Geistes eintaucht. Es ist die Begrenzung dieses Feldes, die vor allem spürbar ist, auch auf einem Photo.
Bei den meisten Menschen entwickelt sich Fühligkeit, wenn sie üben. Manche spüren auch sofort schon etwas, die meisten aber zuerst wenig oder nichts. Wer sich jedoch ernsthaft bemüht, kann die Fähigkeit entwickeln. Er kann dann auch andere Dinge herausfinden. (Haiku 152 trifft dann nicht mehr auf ihn zu!) Manche Menschen “sehen” und “hören” auch etwas. Der Pferde-Hüter-Geist könnte sich z.B. als großes Pferd zeigen.
Nach dem alten Wissen vieler Naturvölker, haben alle Tiere und natürlich auch die Menschen ihre Hüter- oder Art-Geister, ein Schwarm Fische im Wasser ebenso wie eine Entenschar auf der Wasser-Oberfläche oder ein Löwen-Rudel oder auch Kühe auf der Weide. Die Hüter-Geister wurden auch als Tier-Eigner bezeichnet bzw. als Wesen gesehen, die im Auftrag höherer Tier-Eigner für eine kleinere Gruppe von Tieren sorgen. Die Tiere folgen vielfach ihrem Hüter-Geist. Wenn irgendwo Gefahr droht, sucht der Hüter-Geist sie davon abzuhalten, dorthin zu gehen. Das gelingt ihm aber nicht immer, sonst würden ja keine Fische mehr ins Netz gehen. Andererseits herrschte bei Jägervölkern aber auch die Vorstellung, daß kein Tier ohne die Einwilligung des Hüter- oder Schutzgeistes erlegt werden kann. Wenn ein Tier seiner Gruppe krank ist, kümmert sich der Hüter-Geist darum.
Bei dem Fischer-Volk der Liven an der Ostsee bestand die Vorstellung, daß die Meermutter ihnen die Fische zuteile. Wie die Feldforschung ergab, galt sie als die “größte Wohltäterin der Strandbewohner (d.h. Liven)”. Sie wurde als die Eignerin der Fische gesehen. (Seite 201 des unten genannten Buches)
Aber warum überließ die Meermutter den Liven überhaupt einen Teil ihrer Fische? Das erklärten ältere Liven damit, daß die Meermutter auch das livische Volk für ihr eigenes halte.
Das Buch “Die Religionen Nordeurasiens und der amerikanischen Arktis” von Ivar Paulsen, Ake Hultkrantz und Karl Jettmar, erschienen 1962 im Verlag W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart, enthält unter dem Stichwort “Artgeister der Tiere” viele Informationen über das Verständnis und den Umgang nördlicher Jägervölker mit den Hüter-Geistern der Tiere.
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Am Lemmenjoki
im Licht der Mittnacht-Sonne
unterwegs, sangen
wir laut, dass Honig-Tatze
Buckelrücken den Pfad räumt!
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Rauschen von Schwingen
und Rufen von Wildgänsen,
als ich am See stand!
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Es kommen keine
Mücken mehr, wenn ich abends
das Fenster öffne!
193
Lauschen in die Nacht:
Baumkronen vom Wind gewiegt,
Rauschen der Blätter!
194
Das Glockengeläut
vom Turm, mal laut, mal leise,
vom Herbst-Wind zerzaust!